Damian Duchamps' Blog

Fortbildungsdesaster – FAIL

Posted in Alltag by damianduchamps on Mai 12, 2010

Gelegentlich mache ich auf Fortbildungen und mein Schwerpunkt sind die Medien, die neuen Medien oder genauer, das Netz, Web 2.0. Heute hatte ich wieder eine solche Fortbildung und für mich war sie ein Desaster. Dabei hatte alles gut begonnen. Schon vor einiger Zeit hatte ich mit der Schulleitung das Thema abgesprochen. Das Kollegium, so sagte man mir, wolle etwas mehr wissen über die neuen Medien und Unterricht. Gut, dachte ich mir, das wäre doch eine wäre doch eine Gelegenheit für eine praktische Fortbildung, vielleicht in Form von Blended-Learning. Damit habe ich bisher gute Erfahrungen gemacht. Man bearbeitet als Teilnehmer verschiedene Themen, jede Woche ein anderes, und nutzt dabei Werkzeuge des Internet und Web 2.0: Chat, Forum, Wiki, Blog, Mindmap, Datei-upload und so weiter. Dabei ist ist man dann entsprechend den Aufgabenstellungen tätig, kooperiert, recherchiert, strukturiert, produziert und kommuniziert. Abschließend trifft man sich noch einmal in einer Runde und tauscht seine Erfahrungen aus und überlegt auch noch, wie man das nun in Schule umsetzen kann. Man sollte dann also einen guten Einblick haben und vielleicht das eine oder andere mal im Unterricht probieren. Und wenn das Interesse sehr groß ist, vertieft man das Thema anschließend in weiteren Veranstaltungen.

Um der Veranstaltung ein wenig Offenheit zu geben, schickte ich vor meiner Präsentation eine Webseite voraus, ein Google Doc. Dort hatte ich einige wichtige Links gesammelt. Zu bearbeiten war das Doc nicht. Es eröffnete den Teilnehmern jedoch die Möglichkeit, anonym am rechten Rand zu Chatten. Ich forderte die Teilnehmer auf, doch einfach hineinzutippen, was ihnen durch den Kopf ging, während ich ihnen etwas über Web 2.0 und Schule erzählen würde. Außerdem hatte ich ein Doc für Notizen vorbereitet. Das fanden die Teilnehmer nach einigen Fehleingaben der Adresse auch. Und nachdem geklärt war, dass der Firefox auf den Schulrechnern den Chat nicht anzeigte und jedermann nach IE gewechselt hatte, waren alle drin. Einige tippten auch, Belangloses und „Kaffeepause“. Es funktionierte, gut.

Ich eröffnete die Veranstaltung also mit meiner kleinen Präsentation (siehe unten) und versuchte dem nicht ganz zwanzigköpfigen Kollegium zunächst die tiefgreifenden Entwicklungen zu verdeutlichen, die gerade in im Zusammenhang mit der zunehmenden Vernetzung unserer Gesellschaft und der Berufswelt stattfinden und wie dieses sich auf Bildung auswirkt. Das Kollegium welches Schüler auf dem zweiten Bildungsweg zu weiterführenden Abschlüssen bringt, hörte zunächst interessiert zu. Es kamen dann aber schnell die ersten Einwände. Gegen Ende meines Vortrages kam es dann sogar zu Grundsatzdiskussionen.

4 Antworten

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  1. Andreas Kalt said, on Mai 12, 2010 at 6:37 pm

    Das klingt für mich, als hättest Du grundlegend schon mal das meiste richtig gemacht. Spontan fällt mir ein: You can lead a horse to water, you can’t make him drink.

    Wenn Kollegen nicht bereit sind, den Horizont zu erweitern und sich kreativ mit Herausforderungen auseinanderzusetzen, kann sie keine Fortbildung der Welt überzeugen.

    Zu einem ähnlichen Thema habe ich vor einiger Zeit mal was gepostet: http://www.rete-mirabile.net/lernen/nicht-missionieren-neugierig-machen

    Insofern würde ich das zwar kritisch analysieren, mir nicht zu sehr den Kopf zerbrechen. Ich versuche immer, die Möglichkeiten für mich persönlich zu nutzen und darauf zu bauen, dass positive Effekte früher oder (meistens) später in kleinen Tröpfchen nach außen dringen, so dass andere neugierig werden.

  2. damianduchamps said, on Mai 12, 2010 at 8:50 pm

    Das ist ein guter Tipp. Beim nächsten Mal werde ich weniger vorweg referieren, mich auch nicht auf Diskussionen einlassen, sondern einfach sagen, wie die Dinge stehen und dann praktisch loslegen.

    • Andreas Kalt said, on Mai 12, 2010 at 9:37 pm

      Ich habe auch gute Erfahrungen damit gemacht, die Probleme offen und klar zu benennen. Nach dem Motto: „Da steckt viel Potential, aber auch große Risiken drin – vielleicht können wir heute ja Ideen finden, wie wir Potential zu nutzen und die Risiken minimieren können“. Das zeigt dann den Skeptikern, dass man sie nicht übergehen möchte und schafft (wenn es gut läuft) eine konstruktive Stimmung.

  3. […] dem, was er sagt, hatte ich in meinem einleitenden Referat zu meiner Fortbildung eingebracht (siehe Fortbildungsdesaster – FAIL). Ein Teilnehmer nickte ab und zu mal einmal zustimmend, der Rest reagierte nicht, entweder weil […]


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