Damian Duchamps' Blog

Nachhilfe spiegelt dem Schulsystem das eigene Versagen

Posted in Schulentwicklung, Schulpolitik by damianduchamps on November 7, 2010

Schule funktioniert in Deutschland wie in manchen anderen Ländern schon seit vielen Jahren nicht mehr richtig. Es wird auch schon seit vielen Jahren darüber geredet und debattiert. Ein Punkt, dem dabei meiner Meinung nach viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, ist das Thema Nachhilfe. Ein Schüler bekommt in der Regel Nachhilfe, wenn er oder sie im Stoff zurückfällt und die Noten immer schlechter werden. Nachhilfe ist Hilfe außerhalb des Systems Schule.

Es hat Nachhilfe in verschiedener Form schon immer gegeben. In der einfachsten Form setzen sich die Eltern oder Geschwister oder vielleicht auch ein Verwandter mit dem Kind hin und erklären, was es nicht verstanden hat oder üben, was noch nicht richtig sitzt. Hier spricht eigentlich kaum jemand von Nachhilfe. Wenn die Probleme sehr massiv sind, die Personen im näheren Umkreis des Kindes überfordert sind oder keine Zeit haben, dann kommt die bezahlte Nachhilfe ins Spiel. Entweder es handelt sich dann um einen älteren Schüler, einen Studenten oder vielleicht auch einen Lehrer oder anderen Fachmann. Und alle die verlangen Geld für die Dienstleistung Nachhilfe. Heute bedeutet Nachhilfe in den meisten Fällen Nachhilfe in einem spezialisierten Institut. Laut einer Bertelsmann Studie (siehe Link am Ende des Beitrags) erhält etwa jeder neunte Schüler Nachhilfe und Eltern geben dafür in Deutschland geschätzte 942 Millionen bis 1,47 Milliarden Euro aus, jährlich. Überwiegend sind die Schüler von Gymnasien und Realschulen Kunden der Nachhilfeinstitute. Aber auch Grundschüler der vierten Klasse sind schon mit etwa 15 % (laut IGLU Studie 2006) dabei. Nachhilfe ist teuer, und deshalb kann nicht jede Familie sich diesen Luxus leisten. Vermutlich wäre die Zahl der Schüler, welche professionellen Nachhilfe in Anspruch nimmt, noch höher, wenn die Kosten geringer wären.

Was ich an allen diesen Zahlen erschreckend finde, ist die Tatsache, dass aus der Nachhilfe eine regelrechte Industrie werden konnte. Die bekannten Institute haben heute Niederlassungen in jedem größeren Ort. Überall ist Bedarf. In diesem Phänomen manifestiert sich für mich letztlich das Versagen von Schule in Deutschland. Wie kann es sein, dass Schüler außerhalb der Schule derart massiv um Hilfe suchen müssen, um im System Schule bestehen zu können? Wie können Lehrer es mit ihrem Berufsethos vereinbaren, dass ihre Schüler bei ihnen nicht genug lernen, um ihren Anforderungen zu genügen? Das ist letztlich nicht anders als wenn ein Patient nach der ungenügenden Behandlung durch Ärzte zu einem Medizinmann geht.

In der Schule wird das Thema professionelle Nachhilfe in der Regel totgeschwiegen. Irgendwie ist es letztlich auch peinlich. Wer zugibt, dass Schüler mit externer Hilfe gutmachen, was Lehrer nicht leisten können, muss sich das eigene Versagen eingestehen.

Es erstaunt mich eigentlich nicht mehr, dass in einigen anderen Ländern Schüler fast völlig ohne Nachhilfe auskommen. Niemanden wird es überraschen, dass dieses genau jene Länder sind, welche in den internationalen Lernstandstests gut abgeschnitten haben, Kanada, die Niederlande und natürlich auch Finnland.

Wir wissen, was in diesen Ländern anders läuft, und in Teilen hat die Schulpolitik bereits darauf reagiert. Auch die Pädagogik ist schon lange deutlich weiter. Schlagworte wie individuelle Förderung, individuelles Lernen, schülerorientierter Unterricht und ähnlich spiegeln das wieder. Nur in Schule und Lehrerausbildung kommt davon derzeit noch herzlich wenig an.

Viele Lehrer beklagen mangelnde Erziehung durch die Eltern sowie fehlende Bereitschaft zum Lernen, Faulheit und Desinteresse und auch Dummheit bei den Schülern, und sehen darin die Ursache für die schulischen Problemen ihrer Schüler. Auch wenn es keine methodisch einwandfreien und umfassenden Untersuchungen zur Wirksamkeit von Nachhilfe gibt, so „weisen Studien eher darauf hin, dass Nachhilfe tatsächlich wirkt“ (FAZ Artikel). Sie wirkt sicher nicht nur, weil die Eltern dafür bezahlen, oder sie die letzte und einzige Möglichkeit ist, etwa ein Sitzenbleiben zu vermeiden oder einen Abschluss zu retten. Was die Nachhilfe auf jeden Fall zeigt, Schüler, die in der Schule nichts lernen, können doch lernen, egal was sie dazu bewegt.

Vor allem diejenigen Lehrer, welche das Scheitern ihres Unterrichts auf die Schüler, ihre Eltern oder andere externe Faktoren zurückführen, sollten sich diese Tatsache vor Augen halten. Irgendetwas an Ihrer Argumentation passt hier nicht.

Für mich ist es einer der schlagensten Belege dafür, dass Schule sich verändern muss. Und dabei geht es mir vor allem um die Veränderung des Unterrichts, unabhängig davon, ob wir nun eine Einheitsschule oder ein gegliedertes Schulsystem in welcher Form auch immer haben. Unterricht ist und bleibt das zentrale Element von Schule. Hier muss Veränderung zuerst ansetzen. Veränderungen in der Struktur von Schule, ob Einheitsschule oder gegliedertes Schulsystem, ob Halbtag oder Ganztag, ob 45 oder 60 min Stunden, können diese Veränderungen unterstützen oder im schlimmsten Fall auch beeinträchtigen, jedoch nicht unmöglich machen. Das zumindest ist meine Überzeugung. Es braucht lediglich Menschen, welche die Veränderung wollen.

Siehe auch: Gelernt wird am Nachmittag (FAZ, 30. April 2010), Nachhilfe kostet bis zu 1,5 Milliarden Euro pro Jahr (Bertelsmann Pressemittelung), Ausgaben für Nachhilfe – teurer und unfairer Ausgleich für fehlende individuelle Förderung (PDF mit Ergebnissen der Studie)

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8 Antworten

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  1. C.I. said, on November 7, 2010 at 11:27 pm

    Es ist wirklich erschrecken, wie viel Geld für Nachhilfe draufgehen..

    Einige Beispiele aus meinem Schulalltag als Schülerin:
    Lehrerin sagt: “ Mir ist es egal, ob ihr was lernt oder nicht. Ich bekomme mein Geld.“
    Diese Sätze oder auch ähnliche Sätze sind desöfteren gefallen. Auch bei verschiedenen LehrernInnen.

    Der Lehrer schreit uns Schüler an, wenn beim Dritten Mal immernoch fragen da sind..

    Und ich denke mir; Muss das sein? Für das Erklären sind die Lehrer doch da..
    Wenn man die Lehrer nicht fragen kann, dann muss man auch auf Nachhilfe ausweichen, wenn man mitkommen möchte.
    Aber was mich am meisten beschäftigt ist, wie Lehrer das mit ihrem Gewissen vereinbaren können ( Mir ist es egal, ob ihr was lernt oder nicht. Ich bekomme meine Geld). Da ergibt sich aus diesem Satz noch eine Frage: Meinen die Lehrer das wirklich so, wie sie das auch sagen?

    Seit 2 Jahren funktioniert der Englischunterricht nicht. Obwohl die Schulleitung das weiß, sagt sie, dass wir froh sein könnten überhaupt Englischunterricht zu haben. Das sagt die Schulleitung deshalb, weil wir Lehrermangel an unserer Schule haben. Der Lehrermangel in NRW macht sich auch an unserer Schule bemerkbar.
    Die Folgen des Lehrermangels, schlechten Unterrichts und der Überreaktion, tragen die SchülerInnen. Das Abschlusszeugnis spiegelt ja die Bildung wieder. Aber auch das nur in Teilen. Aber das ist ein anderes Thema..

    Viele Lehrer schieben uns die Schuld, wenn wir im Unterricht nicht mitkommen und so schlechte Zensuren haben. Aber der Erfolg/ Misserfolg der Klasse bzw. des Schülers, spiegeln doch die Qualität des Unterrichts wieder.
    Wer sich hinsetzt und lernt, aber imernoch nicht mitkommt, dem kann man doch die Schuld nicht in die Schuhe schieben, wenn er oder sie den Unterrichtsstoff nicht versteht. Da sollte man die sich Gedanken drüber machen, ob der Unterricht so läuft, wie er sein sollte.

    In unserem Schulsystem gibt es einige Fehler, die man nicht so eben mal beheben kann. Aber zumindest sollte man versuchen sie zu ändern.. Jemand muss den Anfang machen, dann ziehen auch viele mit.

    Herzliche Grüße,

    C., Schülerin der 10. Klasse

    • Tobias Illig said, on November 11, 2010 at 8:44 am

      Hi C.I.,
      „… ich bekomme mein Geld.“ Ich stelle fest, dass viele Lehrer enorm unter Stress stehen: Stoff schneller durchgehen, zu große Klassen, alleine als Lehrer, etc. und ich kann mir gut vorstellen, dass Lehrer dann auch mal „ausflippen“ und keine Geduld mehr haben. Vielleicht verzweifeln sie auch selbst an ihrer didaktischen Kompetenz, den Stoff rüberzubringen und daran, dass es „immer noch“ Rückfragen gibt. Die Schüler sollen gefälligst funktionieren und keine dummen Fragen stellen – denkt sich der gestresste Lehrer, der froh ist, wenn er nach hause kommt. Nicht umsonst haben Lehrer eine extrem hohe Krankheitsrate, Frühpensionierung, etc. Aber das ist auch in anderen Branchen genau das gleiche Spiel. Was verzweifeln Manager, dass ihre Mitarbeiter nicht so „spuren“ wie sie wollen. Was verzweifeln Eltern in der Erziehung ihrer eigenen Kinder und delegieren die eigene Verwantwortung an die Lehrer in der Schule, die das dann auch noch abfangen sollen. Ich will für Verständnis und Verstehen werben, ohne das individuelle Verhalten des Lehrers zu verteidigen.
      Grüße,
      Tobias

      • C.I. said, on Februar 4, 2011 at 11:56 pm

        Hallo Tobias Illig,

        wahrscheinlich ist es, dass die Lehrer unter Druck stehen.. Wahrscheinlich müssen wir Schüler einfach nur funktionieren und so wenig Fragen stellen wie möglich.

        Schönen Abend noch!

  2. Oliver B. said, on November 7, 2010 at 11:49 pm

    Es hat Nachhilfe in verschiedener Form schon immer gegeben. In der einfachsten Form setzen sich die Eltern oder Geschwister oder vielleicht auch ein Verwandter mit dem Kind hin und erklären, was es nicht verstanden hat oder üben, was noch nicht richtig sitzt.

    Dies war früher möglicherweise einfacher als heute. Eltern haben sich verändert, Kinder haben sich verändert, Medieneinflüsse sind hinzu gekommen, demographische Strukturen haben sich geändert, Familien leben oft nicht mehr unter einem Dach, Patchwork-Familien sind hinzu gekommen, Lebenseinstellungen haben sich verändert, Ziele und Weltanschauungen haben sich geändert, … und für viele ist es sicher nicht leicht, sei es aus zeitlichen, inhaltlichen oder pädagogischen Gründen, das eigene Kind beim Lernen ausreichend zu unterstützen. Auf dem Lande und in der Stadt gibt es sicherlich Unterschiede.

    Mit hohem Investitionsvolumen könnte der Staat (den bekanntlich der Schuldenberg erstickt) gewiss für bessere Schulausstattung sorgen, die Aus- und Weiterbildung der Lehrer stärker fordern und fördern, Klassengrößen reduzieren, Personal aufstocken, Maßnahmen zur individuellen Förderung einzelner Kinder einleiten – vom KITA-Alter an … allerdings ist die Schule auch Teil eines gesellschaftlichen Gesamtsystems, unter dem sie leiden oder lachen kann.

    Amerika investiert vergleichsweise viel Geld in Qualifizierungsmaßnahmen der Heranwachsenden, lief aber trotzdem offenen Auges in die Bildungskrise hinein. In Krisengebieten führten einschneidende Veränderungen bei den Lehrern (Kündigungswellen, Abschaffung der „Job-Garantie“, leistungsgerechte Vergütung mit Bonus-System) in jüngster Vergangenheit zu erstaunlichen Resultaten und zur Rückkehr von einer Art „Stolz unter den Schülern“, die plötzlich selbst wieder etwas lernen wollen.

    Finnland hat ein mit Deutschland nicht vergleichbares Schul- und Sozialsystem. „Mal eben abgucken“ geht leider nicht.

    Deutschland bemüht sich mit Unterstützung von Forschung, Wirtschaft und Modellversuchen, mit „Hatz-IV-Ansatz“ und reichlich Diskussionen zu den Schulreformen, einen Weg aus der „drohenden“ Nachwuchs- und Bildungskrise zu finden – bei im OECD-Vergleich relativ geringem monetären Einsatz (im Verhältnis zum Brutto-Sozialprodukt), der allerdings gerade einmal wieder „schöngerechnet“ und nach aktueller Statistik nicht mehr für aufstockungswürdig befunden worden sein soll. Man setzt insgeheim auf „freiwillige Förderer“ aus der Wirtschaft, die schließlich auf gut ausgebildete Arbeitskräfte angewiesen ist – und solche gibt es inzwischen tatsächlich.

    Es gibt sicher viele (leider meist sehr kostspielige Wege), die Schule zu verbessern, letztendlich ist sie jedoch Teil eines gesellschaftlichen Gesamtsystems, so dass ein Wandel nicht unbedingt einfach erscheint.

    Dinge verändern sich immer schneller, Probleme und Anforderungen scheinen zu steigen, sozialer Zusammenhalt sieht in vielen Ländern sehr unterschiedlich aus, demografische Aspekte können eine Rolle spielen, … Schulen und Lehrer sind möglicherweise stärker gefordert als früher, können es allein aber nicht richten.

    Rund um die Nachhilfe herum ist natürlich auch ein schwer einzuschätzender Schattenmarkt entstanden. Die Qualität und gesamtwirtschaftlichen Kosten der Schwarzarbeit bleibt in Frage gestellt.

    Professionelle Nachhilfe wird heute auch von sehr guten Schülern in Anspruch genommen, zum Beispiel, um auf den letzten Metern nicht den Übergang ins Studium oder den vermeintlich besseren Arbeitsplatz zu riskieren. Ich denke, sie wird in jedem Fall Nachfrage und Berechtigung behalten, auch dann noch, wenn sich das Schulsystem bereits nachhaltig verändert, vielleicht sogar verbessert hat. Einzelunterricht wird gegenüber dem Gruppenunterricht stets seine Vorteile behalten und wer besondere Ziele verfolgt, braucht dafür oft eine besondere Unterstützung. Sicher hat das G8-Gymnasium vielerorts zu Problemen geführt, die nicht unbedingt sein müssten – aber ich denke, das steht auf einem anderen Blatt. Die hier verursachten Probleme kann man gewiss korrigieren.

  3. Julius said, on November 8, 2010 at 5:34 pm

    Die dargestellten Fälle der Nachhilfe sind nur eine Form. Ich möchte auch gar nicht bestreiten, dass sicherlich bei der Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler ein qualitativ besserer Unterricht die Nachhilfe obsolet machen würde.

    Doch in meinen Unterrichtspraktika an verschiedenen Schultypen habe ich jedoch auch nicht wenige Schülerinnen und Schüler kennen gelernt, bei denen die Nachhilfe die Überwindung des eigenen Schweinehundes bzw. den liebevollen elterlichen Nachdruck ersetzte. Da wurden beispielsweise schlicht und einfach Vokabeln geübt. Das (aus fremdsprachendidaktischer Sicht katastrophale) Testformat verlangte lediglich, sich hinzusetzen und die Vokabelliste zu lernen, doch es gibt weitaus beliebtere Hobbys.

    Daher mein Schluss: Nachhilfe spiegelt zum Teil dem Schulsystem das eigene Versagen vor, aber nicht immer.

  4. Arno Malburg said, on November 10, 2010 at 7:26 pm

    Man darf nicht vergessen, dass ein großer Teil der Nachhilfe vor allem dem Zweck dient, eine passable Note noch zu verbessern. Nach meinen Erfahrungen sind auch die zitierten „dummen“, faulen und undisziplinierten Kinder nur selten an einer Nachhilfe interessiert, denn sie wollen nichts tun. Wer dagegen die Hilfe in Anspruch nimmt, ist in der Regel auch bereit, etwas zu leisten.

  5. couestory said, on Juli 30, 2012 at 1:36 pm

    Das Wort NACHHILFE täuscht vor, dass die zuvor angewandte Pädagogik zum Teil wenigstens eine Hilfe gewesen sein könnte. In Wirklichkeit aber wurde Nachhilfe nötig, weil die Pädagogik a) nicht geholfen und b) i.d.R.n das Problem noch größer gemacht hat. Die „Nachhilfe“ ist also eine Nach-Nichthilfe-Hilfe.
    Und die bräuchten doch die, deren Hilfe nur eine Nichthilfe war, sehr viel dringlicher als die, die nun als Opfer ihrer Unfähigkeit a) den Schaden haben b) ihn auch noch bezahlen und c) sich auch noch für eine Fortsetzung dieses Schädigungssystem durch Nach-Nichthilfe-Hilfe anpassen lassen müssen.
    Als Ich-kann-Schule-Lehrer mag ich da nur trocken bemerken: Ein teurer Spaß!
    Franz Josef Neffe

  6. Franz Josef Neffe said, on März 16, 2013 at 6:46 pm

    Nach den praktischen Beobachtungen, die ich die letzten vier Jahrzehnte für die neue Ich-kann-Schule gemacht habe, gibt es schlimme und schlimmere Fehler der Pädagogik.
    Der wohl schlimmste ist, dass im Problemfall immer nur die „Förderung“ für die Kinder intensiviert wird. Dass dabei die Probleme nicht schwinden sondern geradezu gigantisch wachsen, wird stur irgnoriert. Man braucht in dieser SCHEINpädagogik immer mehr ALIBIS dafür, dass man etwas für die Kinder tut, je Schlimmeres man dadurch bewirkt. Längst geht diese „Schere“ immer weiter auseinander. Je besser man es macht, desto schlechter wird es.
    Dass es ganz konkret und praktisch ganz anders gehen kann, zeigt die neue Ich-kann-Schule an vielen praktischen Beispielen. Sie haben alle etwas Entscheidendes gemeinsam:
    Es wird nicht zuerst etwas für Schüler getan sondern zuerst für sich selbst. Schüler brauchen Erwachsene nicht als ständiges Beispiel für Nichtkönnen und Scheitern und Nichtsverstehen. Kinder brauchen ganz konkret VORBILDER FÜR „ICH BEWÄLTIGE MEIN LEBEN“. In unseren Schulen machen Misserfolgspädagogen Kinder lebensuntüchtig, und dies immer schneller immer mehr. Wir brauchen also keine Förderung für Schüler, es ist aber über-überfällig, dass wir uns um die tatsächlichen – nicht nur um die papierenen – Probleme der Lehrer und anderen Pädagogen kümmern.
    Nach meinen Untersuchungen als Ich-kann-Schule-Lehrer ist „Schule“ heute weithin das gerade Gegenteil von Schule, die pädagogischen Wirkungen sind nicht verstanden, die Ergebnisse sind viel zu oft ein reines Desaster. Weil es auch in den höheren Etagen kaum einer versteht, wird die Problematik nur immer weiter durch unpassende, unverstandene Maßnahmen vermehrt.
    In der neuen Ich-kann-Schule darf man dann mit Menschen etwas tun, wenn man selber weiß und vormachen kann, wie es geht. In unseren Lehrplanvollzugsanstalten sind „Lehrer“ täglich dazu gezwungen, vorgeschriebene Wege zu gehen, die weder sie kennen noch die Papiertiger, die es ihnen vorgeschrieben haben. Kein Wunder also, wenn wir uns in den Schulen ständig hilflos irgendwo in eine Papierwelt verführt vorfinden und nicht in der realen Welt.
    http://www.schulen-der-zukunft.org/bibliothek/berichte-interviews/ Hier hab ich einige konkrete praktische Beispiele berichtet, die a)zeigen, wie leicht es nicht nur anders sondern viel besser laufen könnte und auf welch plumpe, dumme Art b) „pädagogisch“ Fehler gemacht und großgemacht werden.
    Wenn es anders werden soll, muss die Pädagogik UMKEHREN.
    Das erwarte ich.
    Franz Josef Neffe


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