Damian Duchamps' Blog

OER – zentrale Probleme, die übersehen werden, und Lösungsansätze

Posted in Creative Commons, OER, Uncategorized by damianduchamps on Juli 22, 2016

Veranstaltungen wie das OER Fachforum 2016 im März in Berlin zeigen, dass OER mittlerweile nicht mehr nur in einem kleinen Kreis von Interessierten Thema ist, sondern auf eine breitere Basis gestellt wurde, wo man gemeinsam nach Lösungen sucht. Doch auch wenn es bereits eine gewisse Entwicklung gegeben hat, etwa durch die Aufnahme von OER in bestehende Plattformen, bleiben manche Probleme, die OER von Anfang an im deutschsprachigen Raum Schwierigkeiten machen, weiter bestehen. Das spiegelt sich auch im Programm des Fachforums wieder.

Ich möchte im Folgenden zwei Probleme aufgreifen, welche mir bisher viel zu wenig beachtet scheinen. Überwiegend beschreibe ich diese Probleme am Beispiel von Arbeitsblättern, weil mir diese die zur Zeit meist genutzte Form von OER scheint. Zu den dargestellten Problem sind Lösungen möglich, die auch, wenn man sie weiter denkt, einen Bezug zur gesamten Infrastruktur von OER haben.

OER leben von der Grundidee der freien Nutzung, des Remixens und des Teilens. Erklärt man Neulingen die verschiedenen Lizenzen von Creative Commons, so sind diese als einzelne Lizenzform oder in Kombination noch recht leicht zu verstehen. Nennung des Urhebers, Weitergabe unter gleichen Bedingungen, nicht-kommerzielle Nutzung, keine Ableitungen (Veränderungen) kann man auf einer rein theoretischen Ebene auch als jemand, der Creative Commons bisher nicht kannte, nachvollziehen. In der Praxis sieht das dann aber ganz anders aus.

Wo liegen die zentralen Probleme?

Die Probleme in der Praxis zeigen sich weniger in der einfachen Nutzung von OER. Arbeitsblätter werden oft einfach herunter geladen, vervielfältigt und im Unterricht eingesetzt. Selbst wenn sie abgeändert werden, ist das unproblematisch, da sie bisher, anders als der Idee von OER entsprechend, nicht wieder im Netz landen, um geteilt zu werden. Die Probleme ergeben sich vor allem dann, wenn eine spätere Veröffentlichung (Teilen) beabsichtigt ist.

Erstellen

Wie ein komplett selbst ohne jegliche fremde Inhalte erstelltes Arbeitsmaterial lizenziert werden kann, um als OER genutzt werden zu können, ist noch recht einfach. Jeder Neuling versteht hier, dass man selbst als Urheber zumindest eine Nennung des eigenen Namens (CC BY) einfordern kann. Kein Problem. Aber dann wird es schon komplexer. Viele OER Materialien, denen man begegnet, werden unter „gleichen Bedingungen“ (SA) weitergegeben. Was in der Theorie zunächst einfach klingt, wird jetzt zur unlösbaren Frage. Was heißt denn zu gleichen Bedingungen in meinem Fall? Was sind eigentlich meine Bedingungen? Wie mache ich diese deutlich? Es soll doch OER sein. Muss ich auch nicht-kommerziell (NC) angeben, um sicherzustellen, dass nicht andere meine Arbeit zu Geld machen?

Remixen

Eröffnen sich beim Lizenzieren von komplett selbsterstellten Materialien schon die ersten schwierigen Fragen zur Verwendung der Creative Commons Lizenzen, öffnet sich bei der Integration von fremden Materialien im selbst erstellen Unterrichtsmaterial ein ganzes Fass an Fragen. In das neue Arbeitsblatt, welches auch als OER veröffentlicht werden soll, will man ein Bild integrieren, das auf Flickr gefunden wurde. Wo findet man dort nun die Lizenzinformationen? Vielleicht finden sich die Buchstabenkennzeichnungen, die man kennt, vielleicht sind es Symbole. Manchmal steht einfach nur „Some rights reserved“ dort. Durch das Einfügen von externen Materialien wird die Frage nach der Lizenzierung des erstellten Arbeitsblattes mit einem Mal deutlich komplexer. Kann ich mein Arbeitsblatt noch CC BY SA lizenzieren, wenn das tolle Bild, welches ich gefunden habe, CC BY SA NC ist oder Public Domain? Sehr ähnliche Fragestellungen ergeben sich, wenn bestehende OER remixt werden sollen.

Veröffentlichen

Wer die beschriebenen Hürden mit der praktischen Nutzung der Creative Commons Lizenzen beim Erstellen eigener Materialien oder beim Remixen überwunden hat, steht nun vor dem nächsten Problem. Wie stellt man das Material wieder anderen zur Verfügung als OER? Nicht jeder hat eine eigene Webseite, die genutzt werden könnte. Dezidierte Portale, die OER sammeln und zur Verfügung stellen, wie 4teachers dieses für von Lehrern erstellte Materialien anbietet, gibt es bisher nicht. Wohin also? Eigene Webseite, wie geht das? Wer erfährt dann davon? ZUM.de weiß nicht, ist ja mehr als eine Arbeitsblattsammlung, aber man hat ja nur ein Arbeitsblatt.

Suchen und finden

Deutlich komplexer als auf den ersten Blick ersichtlich ist auch noch die Suche nach OER. Entweder man sucht gezielt auf einem bestehenden Portal wieEdutags.de oder auf einem Landesbildungsserver (weitere Möglichkeiten siehe Anlaufstellen auf open-educational-ressources.de) und ist dann auf deren Inhalte, Kataloge oder Metasuchen beschränkt oder man nutzt die Google Suche mit Lizenzfilterung. Es gibt jedoch viel mehr OER bzw. Creative Commons lizenzierte Materialien als diese Quellen erschließen. Die Meta Suche von Creative Commons verweist vor allem zu frei nutzbaren Medien wie Bildern, Grafiken, Videos und Audiodateien. Die Schwierigkeit hier ist, dass man die Suchmöglichkeiten kennen muss und dann auch je nach Fall in der Lage sein sollte, über Fremdsprachen zu suchen, um weitere Ergebnisse zu finden. Neben Bildern, Videos und Audio lassen sich so auch Texte finden. Die Suche gestaltet sich hier jedoch komplexer, da die Eingrenzung der Suchergebnisse schwieriger und die Beurteilung, ob der gefundene Text sich für den gedachten Zweck eignet, aufwändiger ist. Eine Suche etwa nach Anspruchsniveau des Textes und Umfang ist nicht möglich.

Was ist zu tun?

Die Beseitigung der beschriebenen Schwierigkeiten lässt sich am einfachsten durch eine starke Vereinfachung der Nutzung erreichen. Man muss die Dinge so einfach gestalten, dass sie ohne Expertenwissen nutzbar sind. Sie müssen quasi selbsterklärend sein. Die Nutzung von Creative Commons Lizenzen im Zusammenhang mit OER erfordert Wissen, über welches Normalnutzer nicht verfügen. Es ist zu schwierig.

Bei OER heißt das, wie oben ausführlich beschrieben. Es ist in der täglichen Praxis zu schwierig:

  • eigene Materialien richtig zu lizenzieren
  • Lizenzinformationen bei fremden Materialien aufzufinden und diese richtig einzubinden
  • zu verstehen, welche Lizenzformen wie kombiniert werden können
  • remixte Materialien richtig zu lizenzieren

Und außerdem ist es im Lehreralltag zu schwierig,

  • erstellte oder remixte Materialien zu veröffentlichen.

Was benötigt wird, ist eine Plattform, welche es Nutzern erleichtert, Materialien zu erstellen und dabei fremde frei nutzbare Inhalte einzubinden, bestehende Materialien zu remixen und das Endprodukt wiederum zu veröffentlichen/teilen. Dabei hilft die Plattform den Nutzern, passende frei nutzbare Inhalte zu finden für das Erstellen oder Remixen und Creative Commons Lizenzen richtig zu nutzen und zu kombinieren. Eine Plattform, welche dieses leistet, wäre auch gleichzeitig eine mögliche zentrale Anlaufstelle für das Auffinden von über das ganze Netz verstreuten OER und anderen frei lizenzierten Medien und Materialien.

Wer jetzt denkt, toller Traum, wie soll das gehen, der liegt falsch. Warum? Die Bausteine, um eine derartige Plattform zu erstellen, sind zum großen Teil bereits vorhanden und müssen nur entsprechend kombiniert werden. Manche Elemente befinden sich noch in der Entwicklung, doch ihr Potential für eine Plattform für das Erstellen, Remixen, Veröffentlichen und Finden von OER ist bereits erkennbar.

Es geht hier nicht um DIE eine Plattform, denn diese wird es vermutlich nie geben. Seit es OER gibt, leben diese verstreut über das Netz (siehe auch OER-Plattformen der Zukunft – eine Übersicht auf LRZ). Die Mehrheit der gegenwärtigen Plattformen ist überwiegend statisch, Verzeichnisse, Linksammlungen oder Register mit Tags, zum Auffinden von Inhalten. Andere sind große in sich recht statische Repositorien, die durch ihre Nutzer nach und nach erweitert werden. Eine Plattform, wie die beschriebene kann jedoch über ihre Suche eine Klammer bilden.

KI

Zentrales Element der Plattform ist eine Meta Suche, welche Künstliche Intelligenz nutzt.

Betrachtet man gegenwärtige Entwicklungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI), deep learning, machine learning und ähnlich, so zeichnet sich bereits recht gut ab, welches Potential hier entsteht. Computer sind so schon heute in der Lage, große Mengen an Inhalten in überschaubarer Zeit zu sichten, zu bewerten und zu verschlagworten. Ein gutes Beispiel, was möglich ist, bietet Google Fotos. Diese Plattform kann ihr unbekannte Fotos nach Inhalten durchsuchen. Sucht man nach einem roten Schuh, und in der zur Verfügung stehenden Bilderquelle ist ein solches Bild dabei, kann diese Plattform das Foto finden, ohne es zuvor gesehen zu haben, ohne dass das Bild mit einem Schlagwort versehen ist und es ist auch egal, ob der Schuh alleine abgebildet ist oder am Fuß einer Person.

Welches Potential sich gegenwärtig aufbaut, zeigen auch Beispiele wie der Google Knowledge Graph, den jeder schon gesehen, aber vielleicht noch nicht genauer angeschaut hat. Über den Google Knowledge Graph unterfüttert Google Suchergebnisse mit Informationen, die mittels semantischer Suche aus verschiedenen Quellen in einer Inhaltsbox zusammengezogen werden. Diese sind dann eben keine lose Reihung von Suchergebnissen, sondern haben eine sinnvolle Struktur (z.B. Benjamin Franklin). Vergleichbare Zusammenstellungen von Inhalten zu einem Thema oder einer Frage zeigt auch WolframAlpha. Auch die Google Suche selbst und Sortierung der Suchergebnisse arbeitet mittlerweile auf der Basis von KI und nicht mehr rein auf dem mechanischen Katalogisieren des Internets.

KI und eine OER Plattform – Suche

Künstliche Intelligenz und die damit zusammenhängenden Technologien werden vieles verändern in dieser Welt, vor allem, den Umgang mit großen Mengen von Daten. Es gibt bereits jetzt deutlich mehr OER und Creative Commons lizenzierte Inhalte und Medien als man vermutet, nur ist es schwierig, diese zusammenzuführen, da sie sich auf viele Plattformen verteilen. Mit entsprechendem Training wird eine Künstliche Intelligenz in der Lage sein, die innerhalb der Plattform vorliegenden Inhalte, sowie externe Inhalte nach Kriterien wie Thema, Anspruchsniveau, Nutzungszusammenhang, Lizenzierung und ähnlich zu sichten und zur Verfügung zu stellen. Inhalte und Lizenzen werden dabei als Module zusammenzufassen, die dann genauso eine Einheit bilden wie auf Flickr oder Wikimedia ein Bild und seine Lizenzierung. Diese Modularität wird, wie auch Torsten Budumlu im Beitrag OER-Plattformen der Zukunft – eine Übersicht meiner Ansicht nach richtig einschätzt, entscheidend sein wie auch die Möglichkeit zu Kollaboration.

KI und eine OER Plattform – Erstellen und Remixen

Aufbauend auf der intelligenten Suchfunktion und der Modularisierung stellt die Plattform außerdem einen Bereich bereit, auf welchem Nutzer OER erstellen, remixen und in verschiedenen Formaten veröffentlichen können.

Die Plattform bietet beim Besuch die Wahl, ob man bestehende Inhalte sucht oder neue Inhalte erstellen will. Startet man mit der Suche nach den oben genannten Kriterien, erhält man eine Anzahl Suchergebnisse. Entscheidet man sich für ein Suchergebnis erscheint die Option, dieses zur Grundlage zu machen für eigene Anpassungen bzw. für Remixen. Die Ansicht wechselt dann in den Arbeitsmodus. In Orientierung am bestehenden Inhalt des ausgewählten Materials tauchen nun in Feldern um dieses Material passende verwandte Inhalte auf. Was passen könnte, bewertet die künstliche Intelligenz der Meta Suche der Plattform am Inhalt des ausgewählten Materials. Es werden so passend Bilder, Videos, Audiomaterialien, Informationstexte, Begriffsdefinitionen, interaktive Übungen, Projektvorschläge, Links und ähnlich angeboten, die man einfach in das ausgewählte Material hineinziehen kann, so wie man aus dem gewählten Material Inhalte herauslöschen kann. Es entsteht so ein neues Material, ob das ein Arbeitsblatt sein soll, eine Lerneinheit für eine Lernplattform, ein Modul für ein interaktives Whiteboard oder ähnlich.

Wer komplett neue Inhalte oder Materialien erstellen will, startet direkt im Arbeitsmodus. Man kann Voreinstellungen vornehmen zur vorgesehenen Lerngruppe, dem Fach, dem Anspruchsniveau etc.. Dann schreibt man eine Überschrift, erstellt vielleicht schon eine Struktur und die Plattform liest mit und bietet nach kurzer Zeit passende Inhalte an, die dann direkt in der laufenden Erstellung des neuen Materials integriert werden können. Die Plattform kümmert sich beim Erstellen wie auch beim Remixen um die Lizenzierung. Sie prüft die Passung zur Lizenzierung schon genutzter Inhalte und übernimmt beim Integrieren eines Inhaltes oder Moduls die Urheberrechtsangaben und baut sie in das neue oder remixte Material mit ein. Der Nutzer braucht sich mit diesem Aspekt nicht befassen, außer es wird ein komplett neues Material erstellt und der Nutzer muss sich für eine Lizenzierung entscheiden.

Bereitstellen/Teilen

Für Nutzer ohne technischen Hintergrund und die Möglichkeit, erstellte oder gemixte OER auf einer eigenen Webseite zu veröffentlichen oder diese auf anderen Seiten einzustellen, sollte die Plattform eine Möglichkeit bieten, ihre Materialien direkt in der Plattform selbst abzulegen. Werden die Materialien in der Plattform erstellt, wäre das die naheliegende Option. Außerdem sollte die Plattform in der Lage sein, die erstellten Inhalte in verschiedenen Formaten bereitzustellen, so wie Google Docs in der Lage ist, ein PDF auszugeben oder ein docx und wie andere Software oder Plattformen HTML ausgeben können oder Scorm kompatible Formate.

Wie schon erwähnt, die Technologien bestehen bereits in großen Teilen. Selbst Künstliche Intelligenz sollte bereits im gegenwärtigen Entwicklungsstand nutzbar sein im beschriebenen Sinne. Anbieter wie Google stellen diese Software sogar zur Verfügung.

Google selbst ist auch ein gutes Beispiel für eine Plattform, die Inhalte durchsucht und dann entsprechende Werbung bereitstellt. Auch die automatischen Vorschläge von Suchbegriffen bei der Eingabe eines Schlagwortes sind ein Beispiel für die Steuerung von Suchen über Inhalte. Auf anderen Plattformen finden sich ähnliche Anwendungen.

tutory.de

Das alles klingt sehr nach Zukunftsmusik, ist es aber nicht, wie das Beispiel tutory.de zeigt. Eine ganze Reihe der oben beschriebenen Eigenschaften einer Plattform für OER ist in tutory bereits verwirklicht, in Ansätzen erkennbar oder vorstellbar.

tutory ist eine Online Plattform, auf welcher OER erstellt und geteilt werden können. Die Macher haben meiner Meinung nach einen guten Weg in die richtige Richtung eingeschlagen. Vorerst kann man in der Plattform nur Arbeitsblätter erstellen und die Funktionen sind bisher recht beschränkt. Noch steht tutory.de am Anfang, doch die Plattform zeigt die Tendenz gut an, wohin die Entwicklung gehen sollte, um die Erstellung, das Remixen und auch das Teilen von OER für Normalnutzer zu vereinfachen. In Bezug auf die Vereinfachung von OER sollen hier kurz die Elemente herausgestellt werden, welche wegweisend sind.

Module

Ein Arbeitsblatt besteht aus diversen Modulen. Das sind Bilder, Textblöcke, Überschriften, Formeln, Tabellen und graphischen Elementen. Die Modularisierung erinnert etwas an die Textverarbeitung von Pages oder Layoutprogramme, ihre Funktion geht jedoch über das Layouten einer Seite hinaus. Jedes Bild und jeder Textbaustein sind auch gleichzeitig Träger ihrer Lizenzinformationen bzw. mit diesen verknüpft.

Neu erstellen und remixen

In tutory ist es einmal möglich, neue Materialien zu erstellen oder bestehende als Grundlage eines neuen Materiales zu nehmen. Für letzteres wird eine Kopie angelegt, die sich dann nach eigenen Vorstellungen verändern lässt, indem Inhalte gelöscht und neue hinzufügt werden. Neue Materialien werden mit Klassenstufe, Bildungsgang, Fachbereich, Sozialform und Arbeitsmethode getaggt und mit Überschrift, Beschreibung und Begriffe versehen, was das Finden in der Suche hinterher ermöglicht.

Integrierte Suche nach Creative Commons lizenziertem Bildmaterial

In die Erstellungs- und Bearbeitungsfunktion integriert ist eine Suche nach Bildmaterial auf Pixabay, OpenClipart, Wikimedia und Flickr, vergleichbar der Creative Commons Suche. Der besondere Clou ist hier, dass der Nutzer ein Bild in sein OER übernehmen kann und die Plattform integriert es samt der Lizenzinformationen. Das erleichtert diesen Teil für Nutzer ungemein und könnte weiter ausgebaut werden.

Durchsucht werden über die Medienplattformen hinaus auch noch alle Inhalte in der tutory selbst, also Bilder, Aufgabenstellungen, Hinweise, Zitate etc.. Während die Bildersuche schon sehr gut funktioniert, gibt es hier aber noch Verbesserungsbedarf.

Lizenzierung

tutory behandelt ein Arbeitsblatt als eine Zusammenstellung von Modulen. Jedes Modul wird einzeln lizenziert. Fremde Materialien werden mit den Lizenzen des Ursprungs versehen. Ein Text aus der Wikipedia erhält etwa die damit verbundene „Creative Commons Attribution/Share Alike“ Lizenz. Auch ein Link zur Herkunft und ein Autor werden benannt. Für eigene Inhalte gibt man sich selbst als Autoren an und wählt eine Lizenz. Bevor ein Arbeitsblatt veröffentlich werden kann und in den Materialpool der Plattform gelangt, wo alle Nutzer darauf zurückgreifen können, muss der komplette Inhalt urheberrechtlich abgesichert sein, sprich also jedes Modul Erst dann steht das Arbeitsblatt bzw. stehen die Module in der Allgemeinen Suche zur Verfügung. tutory bietet neben der Public Domain Lizenzierung CC BY und CC BY SA Lizenzierung und Unterstützung bei der Auswahl an. Die Lizenzierung ist über die Plattform abrufbar. Auf dem Arbeitsblatt findet sich in der PDF Form lediglich ein Link dazu.

Veröffentlichen/Teilen

Nach Absicherung der Lizenzierung der Module können die Inhalte auf tutory veröffentlicht werden. Es ist möglich, auf dann auf dieseAuch ein Download als PDF Arbeitsblatt ist möglich. Dieses kann über den direkten Link geteilt werden.

Ausblick

Ich hoffe, ich konnte in etwa umreißen, wo ich die zentralen Probleme bei der Nutzung von OER sehe und welche Lösungen sich meiner Meinung nach abzeichnen. Natürlich gibt es auch noch die Probleme um die Bekanntheit, die Akzeptanz, die Qualität und die Finanzierung von OER. Aber um die sollte es hier nicht gehen. Sicher ist für mich jedoch, dass ohne eine Lösung der von mir genannten Probleme OER nicht wirklich funktionieren wird, außer man verzichtet auf das Remixen und Erstellen durch die breite Masse der Nutzer und setzt statt dessen auf bezahlte Autoren. Das aber wäre nicht im Sinne von OER, wie es sich eigentlich versteht.

Künstliche Intelligenz wird auch in OER Einzug halten, in der einen oder anderen Form. Das ist absehbar, da KI viele Bereiche des Digitalen besetzen wird. Für OER wäre es ein Gewinn und würde viele Probleme lösen, von der Erstellung und dem Remixen bis zum Suchen und Finden.

3 Antworten

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  1. Erich Benesch said, on Juli 22, 2016 at 4:37 pm

    Eine nützliche Erörterung, die ich weiter reichen werde in der Lehrer Fortbildung und Medienpädagogik. OER kann man nicht nur aus Lehrersicht betrachten oder Optimierung von Unterricht , OER bildet zum Glück auch eine Lernbrücke in außerschulische Welten , in anders kulturierte Erfahrungsräume, in reformpädagogische Methoden etc. OER darf auch sperrig sein und nicht nur als Remix Arbeitsblatt daher kommen zum mitnehmen, abheften, und vergessen. OER befördert wie nebenbei Diskussion und Nachdenken in diesem Befragungsprozess an die Inhalte. Warum sollte das ein Nachteil sein?

  2. Gast said, on Juli 23, 2016 at 10:23 am

    Was spricht eigentlich gegen 4teachers.de als zentrales OER-Portal? Zumindest für den „Bereich Schule“ sind dort mMn alle Probleme gelost.

    • damianduchamps said, on Juli 23, 2016 at 10:42 am

      4teachers ist OK, aber es ist lediglich eine Sammelstelle für Arbeitsmaterialien, welche extern erstellt wurden. So ist 4teachers eher die klassische Sammlung von Ordnern mit Lehrermaterialien im Lehrerzimmer. Die in meinem Beitrag angesprochenen Probleme beim Erstellen, Remixen und Teilen werden dort nicht im Ansatz gelöst. Genauso wie die zentrale KI gestützte Suche, welche interne und externe OER und Creative Commons lizenzierte Medien in einer Klammer zusammengefasst anbietet. Aber darum geht es dort auch nicht.


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