Damian Duchamps' Blog

Kollaboration im Unterricht mit G Suite for Education

Posted in Tools by damianduchamps on Februar 24, 2019

G Suite for Education ist eine kostenlose Office Suite für Schulen, die sich vor allem durch eine sehr einfache Handhabung und plattformübergreifende Nutzbarkeit auszeichnet. Eine ihrer herausragenden Stärken ist die Möglichkeit, kollaborativ an Texten, Tabellen, Präsentationen und anderen Dokumenten zu arbeiten. Dabei erlaubt es die Plattform, Schülerinnen und Schüler schrittweise an diese wichtige Form des Arbeitens heranzuführen.

 


Kollaboration – eine zentrale Kompetenz des 21. Jahrhunderts

Formen gemeinsamen Lernens und Arbeitens sind Schule nicht unbekannt und werden seit langem erfolgreich praktiziert. Partner- und Gruppenarbeit sind aus einem gutem Unterricht nicht wegzudenken. Eine Aufstellung von Tischen im Klassenraum in Form von Gruppentischen  erleichtert kooperative Arbeitsformen und ist ein Zeichen, dass die Klassenführung mehr auf Zusammenarbeit als individuelles Arbeiten der Schüler setzt. Digitale Technologien ermöglichen neue Formen der Zusammenarbeit, auch in der Berufswelt. In einer Welt von großer Komplexität geht ohne Zusammenarbeit nichts mehr. Nur so können Experten sich ergänzen, sei es in ihren Fachgebieten oder über Grenzen von Raum und Zeit hinweg.  Deshalb überrascht es nicht, dass Kollaboration neben Kreativität, Kritik(fähigkeit) und Kommunikation zu den zentralen Kompetenzen des 21. Jahrhunderts gehört. In Schule ist Kollaboration nicht nur eine zu vermittelnde Kompetenz, sondern auch ein Mittel, Lernen und Arbeiten zu gestalten und tradierte Formen des Lernens und Arbeitens in ihren Möglichkeiten zu erweitern.

Kollaboration im Unterricht

Im Unterricht der Schule ist Kollaboration so grundlegend wie Lesen und Schreiben, setzt aber im Unterschied zu letzteren soziale Kompetenzen voraus. Anders als in Unternehmen, wo Kollaboration über Abteilungen, Kontinente und Zeitzonen hinweg praktiziert wird, findet sie im Unterricht eher innerhalb eines Raumes statt. Mit Ausnahme von Projekten mit anderen Schulen, befinden sich die verschiedenen Teammitglieder im selben Klassenraum meist sitzen sie auch in räumlicher Nähe zueinander, zum Beispiel an einem Gruppentisch. Idealerweise verfügt jedes Teammitglied über ein eigenes Zugangsgerät zur gemeinsam genutzten Plattform. Während dann über eine digitale Vernetzung miteinander an einem gemeinsamen Projekt gearbeitet wird, findet die Kommunikation ganz herkömmlich statt. Es ist aber durchaus auch denkbar, dass die Mitglieder des Teams in der Klasse verteilt sitzen und über die genutzte Plattform kommunizieren. Die mündliche Kommunikation erleichtert gerade dann Kollaboration deutlich, wenn die erforderlichen sozialen Kompetenzen für eine erfolgreiche Kollaboration noch erarbeitet und trainiert werden müssen. Es braucht Regeln, Absprachen und Rücksichtnahme.

Kollaboration mit G Suite for Education lernen

Anders als etwa bei der Gruppenarbeit, wo oft nur ein Mitglied der Gruppe aktiv am gemeinsamen Lernprodukt arbeitet, während die anderen Anweisungen geben oder darauf warten, ihren Teil beisteuern zu können, erlaubt eine Plattform wie G Suite for Education zeitgleiches Arbeiten aller Mitglieder des Teams am gemeinsamen Lernprodukt. Das ist nicht einfach und es empfiehlt sich deshalb, Lerngruppen schrittweise an kollaboratives Lernen und Arbeiten heranzuführen.

Google Slides – eine Folie für jeden

Wie viele andere Softwareprodukte kann das Präsentationsprogramm Googles Slides wesentlich mehr als nur Präsentation erstellen. Entsprechend den anderen Programmen in G Suite for Education erlaubt Google Slides kollaboratives Arbeiten. Ein großer Vorteil, es ist einfach zu nutzen, für Schüler und Lehrkräfte. Zur Vorbereitung eines kollaborativen Projektes wird eine Startfolie vorbereitet, eine weitere Folie mit Arbeitsanweisungen und dann je eine Folie für jedes Teammitglied. Das kann am Anfang sogar die ganze Klasse sein. Für die Folien der Schüler wird eine Vorlage erstellt und diese dann in Anzahl der Schüler dupliziert. Jeder Schüler erhält so eine eigene Folie. Das hat den Vorteil, dass die Schüler einander beim Arbeiten nicht in die Quere kommen. Jeder arbeitet auf seiner Folie. Eingriffe in die Folien der Mitschüler werden zunächst nicht zugelassen. So entsteht ein gemeinsames Produkt. Das könnten beispielsweise im Biologieunterricht Porträts von Tieren oder Pflanzen sein oder Beschreibungen von Bestandteilen der Zelle, Texte illustriert mit Fotos oder Grafiken. Damit alle Schüler auf die Präsentation zugreifen können, wird über das Freigabe Menü ein Zugangslink erzeugt mit Bearbeitungsrechten und dieser an die Schüler weitergegeben. Die Weitergabe kann mit einem QR-Code erfolgen, wenn die Schüler noch nicht als Benutzer in einer gemeinsam genutzten Plattform angemeldet sind.

Kollaboration ohne verändernde Eingriffe

Es fällt Schülern häufig nicht leicht, wenn andere Schüler Veränderungen an ihrer Arbeit vornehmen. Deshalb erfolgt dieser Schritt etwas später. Kollaboration bedeutet nicht nur etwas gemeinsam zusammenzutragen, sondern auch etwas gemeinsam zu entwickeln und dazu gehört auch, gemeinsam an einzelnen Projektelementen zu arbeiten. Dieses schließt auch Korrekturen und Veränderungen mit ein. Bevor man jedoch diesen Schritt in der Entwicklung der Kompetenz zu kollaborativem Arbeiten geht, empfiehlt es sich, ein wichtiges Werkzeug einzuführen, den Kommentar. Über die Kommentarfunktion ist es möglich, Inhaltselemente einer Folie zu markieren und mit Anmerkungen zu versehen. Dieses können Korrekturvorschläge sein, Anregungen, Kritiken, Hinweise und ähnlich. In Absprache untereinander oder in einem Losverfahren erhält jedes Teammitglied eine Folie zugewiesen, die dann je nach Arbeitsauftrag durchgesehen und mit Kommentaren versehen wird. Je nach Lerngruppe kann es dabei um Orthographie- und Grammatikfehler gehen, um inhaltliche Fehler, um inhaltliche Ergänzungen oder Anregungen, um Verständnisfragen und ähnlich.


Unterrichtsbeispiel

Ein Beispiel für Kollaboration, wie sie in einer Lerngruppe aussehen kann, die noch wenig Erfahrung mit dieser Form der Zusammenarbeit hat: https://goo.gl/96fkx2

Die Aufgabe der Schüler war, am Ende einer Unterrichtseinheit über Südafrika, noch einmal ihr Wissen zu reaktivieren. So sollte in Vorbereitung auf eine Klassenarbeit möglichst viel von den zuvor erarbeiteten landeskundlichen Informationen zusammengetragen werden.

Am Beispiel sieht man die angepasste Formatierung, die so für eine Präsentation untauglich wäre, sich aber gut ausdrucken lässt als Din A4 im Querformat oder als PDF.


Kollaboration mit begrenzten verändernden Eingriffen

Schüler mit größerer Erfahrung mit kollaborativen Lern- und Arbeitsformen können das, was Teammitglieder zum gemeinsamen Projekt beigetragen haben, auch überarbeiten. Dieses setzt jedoch voraus, dass es Vereinbarungen gibt, wie weit die Überarbeitungen gehen dürfen. Sollen sie sich nur auf die sprachliche Richtigkeit beschränken? Lässt man auch inhaltliche Überarbeitungen zu? Beim gemeinsamen Arbeiten an einem Projekt sollten die Grenzen der Bearbeitung so abgesteckt sein, dass der Beitrag des Urhebers im Team immer noch als solcher deutlich erkennbar bleibt.

Kollaboration mit größeren verändernden Eingriffen

Im Idealfall verläuft Kollaboration vor allem ergänzend. Wenn man im Team merkt, dass es an einigen Stellen nicht in die richtige Richtung geht, dann kommen die sozialen Kompetenzen ins Spiel. Ein Teammitglied kann nicht einfach die Beiträge eines anderen löschen. Hier sind Absprachen und Verhandlung erforderlich, um das andere Teammitglied nicht zu verlieren. Dabei spielt dann neben der Kommunikation als einer weiteren zentralen Kompetenz des 21. Jahrhunderts auch die Kritik eine Rolle. Die Teammitglieder müssen in der Lage sein, konstruktiv Kritik zu üben, wie auch Kritik anzunehmen und konstruktiv umzusetzen. Wie aus der Beschreibung hoffentlich deutlich wird, setzt Kollaboration in dieser Form viel Erfahrung und ein hohes Maß an sozialen Kompetenzen voraus. Bis man mit Schülern so weit ist, braucht es viel Übung. Die Erlangen Schüler nur, wenn sich kollaborativen Lernen und Arbeiten nicht nur auf einzelne Projekte beschränkt, sondern Bestandteil von jedem Unterricht ist.

Kollaboration mit selbst gebildeten Gruppen

Alle zentralen Programme von G Suite for Education, Docs, Sheets und Slides lassen es zu, dass Schüler eigenständige Gruppen bilden. Ein Schüler erstellt eine Präsentation, ein Dokument oder eine Tabelle und lädt dann Mitschüler zur Mitarbeit ein. Das geht auch, wenn Schüler kein eigenes Konto haben. Die Lehrkraft teilt dann dem jeweiligen Schüler eine Präsentation zu und stellt die Freigabe so ein, dass der Schüler selbst wiederum weitere Mitarbeiter einladen kann. Mit diesem Verfahren wird man arbeiten, wenn Gruppen sich nach Interessen bilden und dann auch die Arbeit innerhalb der Gruppe eigenständig aufteilen. Alternativ können Schüler eigene Projektdateien erstellen und über die Freigabe Mitschüler einladen. Damit auch die Lehrkraft Einblick hat, wird auch diese eingeladen, zumindest mit der Freigabe für Kommentare.

Kollaboration sichtbar machen und thematisieren

Alle zur Kollaboration fähigen Programme der G Suite for Education zeichnen sämtliche Arbeitsschritte auf. Über den Link im Menübereich lassen sich sämtliche Veränderungen im Zeitverlauf sichtbar machen. Anhand verschiedener Farben lassen sich vorgenommene Veränderungen einzelnen Teammitgliedern zuordnen. Die Historie der Veränderungen kann nicht nur genutzt werden, um ein älteren Bearbeitungszustand wiederherzustellen, sondern auch um den Ablauf bei der Erstellung des gemeinsamen Lernproduktes nachträglich sichtbar zu machen. Dieses kann genutzt werden, um kooperatives Arbeiten und Lernen zu thematisieren. Lerngruppen, die ein gemeinsames Produkt erstellt haben, können die verschiedenen Schritte, die sie gegangen sind, noch einmal rekapitulieren, um das Vorgehen zu reflektieren. Lehrkräfte können, wenn sie die Arbeit der Schüler bewerten, die Funktion auch nutzen, um dabei die Entwicklung des Projektes und die (schriftliche) Beteiligung der Teammitglieder einschätzen zu können.

Gezieltes Feedback

Die Kommentarfunktion ist nicht nur als Kollaborationsfunktion von Bedeutung, sondern erlaubt Lehrkräften ein schnelles und gezieltes Feedback. Dateien, die von der Lehrkraft freigegeben wurden, sind für die Lehrkraft auch permanent einsehbar. Die Lehrkraft könnte sich so auch in ein Projekt einbringen. Wichtiger aber noch ist die Möglichkeit, über Kommentare Rückmeldung zu den Arbeiten der Schüler zu geben. Das können Korrekturhinweise sein, Anmerkungen, Links zu weiteren Informationen. Werden Kommentare bei der abschließenden Bewertung des Projektes durch die Lehrkraft angefügt mit der Option, noch einmal entsprechende Überarbeitungen vorzunehmen als Berichtigung oder Möglichkeit, der Verbesserung des Ergebnisses, kann über den Bearbeitungsverlauf sehr schnell beurteilt werden, wie die Kommentare umgesetzt wurden.

Warum G Suite for Education?

Die G Suite for Education zeichnet sich vor allem durch ein Merkmal aus. Sie kommt sehr schlank daher und ist nicht mit zahllosen Funktionen vollgestopft. Dadurch ist die Bedienung sehr einfach, für Schüler wie für Lehrer. Das bedeutet allerdings nicht, dass es nicht eine Einarbeitung braucht, um nach und nach die verschiedenen Funktionen kennenzulernen. Weniger Funktionen bedeutet im Fall von G Suite for Education keinen Verzicht. Es ist eher eine Beschränkung auf das Notwendige.

Die G Suite for Education ist kostenlos nutzbar. Wer sie testen möchte, braucht nur ein Gmail Konto. Das Office Paket ist dabei, immer. Über http://drive.google.com kommt man in die zentrale Dateiverwaltung und von dort aus lassen sich Dokumente, Tabellen, Präsentationen, Zeichnungen und mehr erstellen und bei Bedarf auch in Ordner sortieren. Die einzelnen Programme sind jedoch auch direkt erreichbar, Docs etwa über http://docs.google.com. Schüler und Kollegen können, wie oben beschrieben, ohne eigenes Google Konto eingeladen werden, an Dateien zu arbeiten.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Unabhängigkeit von der Plattform. Vorausgesetzt wird lediglich ein Internetzugang, um kollaborativ arbeiten zu können. Für die mobilen Plattformen gibt es Apps zu den wichtigsten Programmen (Drive, Docs, Spreadsheets, Slides, …). Am einfachsten ist die Nutzung jedoch über den Browser. Es muss nicht der Chrome Browser sein, auch wenn dieser die beste Unterstützung bietet. Auch Firefox und andere Browser erlauben das Arbeiten mit der G Suite for Education.

G Suite for Education sperrt den Nutzer nicht ein. Alle Dateien lassen sich herunterladen in Formaten, die auch von anderen gängigen Programmen bzw. Plattformen gelesen werden können. Doc Dateien kann man so unter anderem auch als docx, PDF, odt, rtf, txt und Webseite herunterladen.

Erst die Lehrer dann die Schüler

Wer als Lehrkraft die G Suite for Education oder auch nur ein einzelnes Programm daraus im Unterricht nutzen möchte, sollte zunächst selbst in der Lage sein, dieses Werkzeug für das eigene Lernen und Arbeiten zu nutzen. Idealerweise nutzt die Fachschaft die G Suite for Education, um gemeinsam Materialien zu entwickeln und zu teilen. So kann man die Kollaboration selbst nutzen, um den großen Nutzen zu erfahren, den er für einen selbst aber auch die Fachschaft an sich bedeutet. Gut nutzbar ist die Kollaborationsfunktion von Google Doc beispielsweise auch zur Schulprogrammarbeit oder Weiterentwicklung der schulinternen Fachcurricula, Anwendungen aus dem Arbeitsalltag von Lehrkräften, wo die Kollaborationsfähigkeit über Erfolg und Misserfolg entscheidet. Wer dann gelernt hat, wie Kollaboration funktioniert und welchen Gewinn sie bringt, der ist bereit, damit in den Unterricht zu gehen.

G Suite for Education und Datenschutz

Wie bei allen Cloud Lösungen internationaler Anbieter und bei Google insbesondere spielt im schulischen Nutzungszusammenhang auch der Datenschutz eine Rolle. Kann man Google Produkte in Schule überhaupt datenschutzkonform einsetzen? Die Antwort ist – ja – wenn man dabei einige Punkte beachtet. Es gilt vor allem der Grundsatz der Datenminimierung. Das bedeutet, personenbezogene Daten sollten innerhalb der G Suite for Education so sparsam wie möglich verwendet werden. Im Idealfall vermeidet man sie komplett. Das ist jedoch für die Arbeit unpraktisch. Es ist schon sinnvoll, wenn Schüler einen Benutzernamen haben, an welchem man sie in der Lerngruppe erkennen kann. Das ist der Vorname und den kombiniert man dann mit den ersten drei Buchstaben des Nachnamens, um Verwechslungen auszuschließen. Alles andere, Lebensläufe mit echten Daten und ähnlich aber auch Bewertungen in Form von Noten bleiben außerhalb der Plattform, um die personenbezogenen Daten der Schüler und Lehrkräfte zu schützen.

Google Classroom

Zwar ist es durchaus möglich, innerhalb eines privaten Google Kontos mit Schülern zu arbeiten, doch für mehr als einen Test sollte diese Lösung definitiv nicht genutzt werden, auch aus Gründen des Datenschutzes. Wer als Schule die G Suite for Education alltäglich einsetzen möchte, sowie dieses auch Schulen in Deutschland und der Schweiz tun, der sollte ein Schul Account bei Google anlegen. Mit diesem erhält man ein Verwaltungsmodul (Admin Console), über welches man Benutzerkonten, Klassen und Lerngruppen einfach anlegen kann. Google Classroom ist außerdem ein hervorragendes Werkzeug für Lehrkräfte, um Unterricht vorzubereiten, zu steuern und nachzubereiten. Die Benutzung ist sehr einfach und effizient gestaltet. Gegenüber der Nutzung eines privaten Google Kontos für Unterrichtszwecke, was rein datenschutzrechtlich gesehen nicht einmal zulässig ist, bietet Google Classroom noch einen großen Vorteil. Innerhalb von Google) und der G Suite for Education erfolgt kein Tracking durch Google und es gibt auch keinerlei Werbung. Google hat sich verpflichtet, die personenbezogenen Daten von Schülerinnen und Schülern innerhalb der G Suite for Education zu schützen. Schulen, die Google Classroom und G Suite for Education nutzen wollen, müssen darüber hinaus ein Vertrag zur Datenverarbeitung im Auftrag mit Google abschließen. Dieser wird online abgeschlossen.

Organisatorische Vorteile

Gerade wenn mehrere Schüler gemeinsam an einem Projekt arbeiten, bringt eine Online Plattform wie G Suite for Education riesige Vorteile. Wer kennt als Lehrkraft nicht die Situation, in welcher aus einer Gruppe von mehreren Schülerinnen und Schülern, ob es nur zwei sind oder fünf, genau die Person fehlt, welche das Heft, die Unterlagen, die Materialien oder das Poster der Gruppe hat. Die Gruppe kann nicht weiter arbeiten. Wird das kollaborative Projekt online in G Suite for Education bearbeitet, ist alles Material immer verfügbar. Wenn einer fehlt, kann der Rest der Gruppe problemlos weiterarbeiten und der kranke Mitschüler vielleicht von Zuhause. Auch eine Weiterarbeit außerhalb der Schulzeit ist problemlos möglich.

Als Lehrkraft kann man jederzeit in das Projekt Einblick nehmen, egal von wo aus und wann. Auch das ist ein Vorteil. Abgabetermin verpasst, gibt es nicht mehr. Es gibt eine Abgabefunktion in Google Classroom, doch auch ohne Abgabe kann die Lehrkraft die Materialien einsehen.

Wer ein Projekt über Landesgrenzen und Zeitzonen hinaus mit einer anderen Schule plant, sollte überlegen, ob G Suite for Education nicht die Plattform ist, mit welcher man gemeinsame Projekte gestaltet. G Suite for Education wird weltweit genutzt, aktuell vermutlich von mehr als 80 Millionen Schülern und Lehrkräften.

Arbeitserleichternde Funktionen

Die Ingenieure von Google erhalten während ihrer Arbeitszeit Freiraum für kleine Nebenprojekte und so entstehen immer wieder interessante Module, welche der G Suite for Education zusätzliche nützliche Funktionen geben.

QR-Codes in Tabelle erzeugen

Eine solche Funktion ist die automatisierte Erstellung von QR-Codes. In Klassen, die mit mobilen Endgeräten arbeiten, lassen sich Links und kleine Textinformationen leicht mittels QR-Codes weitergeben. Diese QR-Codes können in ein Arbeitsblatt eingebunden werden. Zwar gibt es Werkzeuge und Webseiten, über welche man QR-Codes erzeugen kann, doch wenn es sich um viele dieser magischen Quadrate handelt, kann das schon einmal mühsam werden. Google Sheets hat eine Funktion, über welche man den Inhalt einer Zelle, sei es ein kleiner Text mit Hilfen oder einer Lösung oder einem Link zu einer Webseite oder einem Video, automatisch in einen QR-Code umwandeln kann. Auf diese Art kann man ein Lösungsblatt mit versteckten Lösungen erstellen. Bei Beschreibung setzt man dann die Nummer der Aufgabe ein und die Zellen mit den Informationen für den Code verbirgt man durch Ausblenden.

image2.png

Die Formel, welche die Umwandlung bewirkt, lautet:

=image(„https://chart.googleapis.com/chart?chs=150×150&cht=qr&chl=“&A2)

A2 bezeichnet dabei die Zelle, deren Information in einen QR-Code umgewandelt werden soll und muss angepasst werden. Text, der in den QR Code soll, muss in der Zelle mit Pluszeichen (+) verkettet werden. Links werden ohne zusätzliche Zeichen übernommen. 150×150 gibt die Ausgabegröße des Codes in Pixeln an.

Übersetzungstabelle

Eine weitere nützliche Funktion von Google Sheets ist die Vokabelliste oder Übersetzungstabelle. Dazu sammelt man in einer Spalte alle Vokabeln, die übersetzt werden sollen und fügt in der Spalte daneben folgende Formel ein:

image3.png

=GOOGLETRANSLATE(A4,“en“,“de“)

A4 bezeichnet dabei die Zelle, welche übersetzt werden soll, en, die Sprache der Zelle, aus welcher übersetzt werden soll, hier Englisch, und de, die Sprache, in welche übersetzt werden soll. es steht für Spanisch, fr für Französisch. Setzt man an die Stelle von en ein auto, versucht Google, die Sprache eigenständig zu erkennen. Alle Übersetzungsmöglichkeiten, welche Google Translate hat, sind auch in Google Sheets verfügbar. Nutzt man die Funktion im Unterricht, wird man unter Umständen in einzelnen Zellen, je nach Kontext, Veränderungen vornehmen müssen, dass die Übersetzung passt.

Die Erkunden Funktion

Eines der nützlichsten Werkzeuge für Schüler im Unterricht wie für Lehrkräfte in der Unterrichtsvorbereitung ist die Erkunden Funktion, die es in Docs, Sheets und Slides gibt und die über ein kleines Symbol unten links erreichbar ist. Mittels dieses Werkzeuges kann direkt aus der Datei, an welcher man arbeitet, nach Inhalten und Informationen gesucht werden. Für die Suche muss das Dokument nicht verlassen werden. Zitate können so mit einem Klick mit Link und Datum der Suche über eine Fußnote belegt werden. Auch Bilder lassen sich suchen. Google schlägt dabei Medien vor, welche im Sinne von freien Bildungsmaterialien lizenziert sind. Ein Bild lässt sich mit einem Klick passgenau in das Projekt einfügen. Der Nutzer muss jedoch zwei Dinge sicherstellen. Er muss sich vergewissern, dass die Lizenz tatsächlich von Google korrekt erkannt wurde. Das erfolgt, indem man auf das Bild klickt und in der Vorschau oben links auf die Seite geht, von welcher das Bild stammt. Passt die Lizenz für eine Nutzung im Projekt, entnimmt man der Seite direkt die vom Urheber vorgegebenen Informationen, um das Bild korrekt zu zitieren, d.h. im Falle einer Creative Commons Attribution Lizenz den Namen des Urhebers und die Lizenzversion. Diese fügt man dem Bild an, die Lizenzinformation am besten verlinkt.

image4.png

Die “lebende” Tabelle in Dokument oder Präsentation

Google Docs und Slides verfügen zwar über Tabellen als Gestaltungselemente, allerdings verfügen diese nicht über die Funktionen von Sheets. Möchte man beispielsweise eine Übersetzungstabelle in ein Dokument integrieren, so kopiert man dafür die ausgewählten Zellen aus Sheets und fügt diese dann an der gewünschten Stelle ein. Soll die Tabelle im Dokument mit der Quelle in Sheets verbunden bleiben, wählt man die obere Option im Menü. Nach Änderungen in der Originaltabelle wird in Docs ein Hinweis mit der Möglichkeit zur Übernahme der Veränderungen angeboten. Die Funktion zur Einbindung von Tabellen ist nützlich, wenn zur Erstellung der Tabelle Funktionen aus Sheets benötigt werden. Mit der Kopie werden alle Eigenschaften der Tabelle übernommen. Nachträgliche Änderungen lassen sich durch Aktualisieren ebenfalls ohne viel Mühe übernehmen.

Screenshot 2019-02-24 10.04.42.png

Der Original Link zur Präsentation im Unterrichtsbeispiel lautet: https://docs.google.com/presentation/d/1nJrNZL9u7ltenNmometlKJfV3-D4EsbpQnoVUBag4Zc/edit?usp=sharing

Der Link zum Original Beitrag, wie er in einem Google Doc erstellt wurde, mit eingebetteter Tabelle findet sich unter https://docs.google.com/document/d/10Act0kq3P6Oe7gLECKhIeP6P0YRYzMiJpDaE7G3ZD0Q/edit?usp=sharing

Der Text wurde ursprünglich für lehrer-online verfasst, ist dort jedocch inverkürzter Fassung erschienen.

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#chat16 – Nachlese – Teil 1 – MIFD

Posted in Individuelle Förderung, Schulentwicklung, Tools by damianduchamps on Oktober 9, 2016

Nachdem ich mir einen kräftigen Tritt in den Allerwertesten gegeben hatte, war ich tatsächlich auch meiner Höhle gekommen und hatte mich aus dem südlichen Sauerland auf den Weg nach Hattingen gemacht. Es hat sich gelohnt, wie ich finde. Hier meine Nachlese.

MIFD (Modell individuelle Förderung digital)

Diese Session war für mich persönlich der größte Gewinn, da das Modell, welches Jan Hambusch (@teachham) und Tobias Rodemerk (@integrate2learn) vorstellten, mich bei meiner Arbeit ein ganzes Stück weiterbringen wird.

Infos über das Modell und einen Download des Posters mit dem Modell gibt es unter integrate2learn.de.

Gemäß der Vorgabe:

Frage nicht, „Welche App kann ich in Mathe verwenden?“ Frage: „Wie kann ich meinen Unterricht mit Tablets verändern?“

entstand ein Modell mit drei zentralen Handlungsfeldern für die individuelle Förderung mit digitalen Tools. Eine Grundlage bei der Erarbeitung des Modells war die Hattie Studie, worin die Wirksamkeit verschiedener Faktoren für das Gelingen von gutem Unterricht untersucht wurde. Die drei zentralen Elemente guten Unterrichts sind demnach die Klassenführung, die Diagnose und die Lernzeitgestaltung. Jedem dieser Elemente ist im Modell eine Handlungsebene untergeordnet mit jeweils drei Elementen, die um ihre Effektivität nach John Hattie ergänzt sind. Der Handlungsebene sind jeweils in einem weiteren Ring Eigenschaften von Apps zugeordnet und was diese zur Umsetzung der Handlungen auf der Handlungsebene beitragen können. Auf der äußersten Ebene, dem äußeren Ring, werden dann Apps aufgeführt, welche diese Eigenschaften haben. Berücksichtigt wurde bei der Auswahl der Apps auch das Kriterium Datenschutz. Über Ringe um die Apps in grün, gelb und rot wird markiert, ob sich die Apps in Bezug auf Datenschutz der Schüler ohne Bedenken einsetzen lassen, nur mit Einschränkungen oder ob die Risiken vielleicht zu hoch sein könnten.

Die Vorstellung des Modells beschränkte sich nicht auf dieses selbst, sondern wurde mit praktischen Beispielen fortgeführt. Am Beispiel verschiedener Apps/Online Tools wurde das Modell in Ausschnitten beleuchtet.

Ein Beispiel war etwa no red ink, welches Jan Hambusch im Englischunterricht am Berufskolleg einsetzt. Vorgestellt wurde auch formative als eine Möglichkeit für Lehrer, unmittelbares Feedback zu einer Aufgabe zu geben, während die Schüler daran arbeiten. Das Schöne dabei ist, dass der Lehrer die Arbeit aller Schüler direkt im Blick hat und sofort Unterstützung anbieten kann. Ein Tool wie dieses könnte Lehrer dazu verleiten, direkt Druck auf Schüler auszuüben, wenn diese nicht sofort mit der Arbeit beginnen oder eine Zeit lang nichts tun. Klar, dass dieses keine zuträgliche Idee wäre.

In seinem Englischunterricht lässt Jan Hambusch auch Videos erstellen. Hier nutzt er dann Coach’s eye Feedback durch eine direkte Annotierung im Video zu geben. Dieses sei deutlich effektiver als ein Feedback im Anschluss, da man so die Rückmeldung direkt an der Stelle gibt, wo sie inhaltlich hingehört.

Ein Beispiel für Audiofeedback am Beispiel Englischunterricht gab es ebenfalls. Schüler hatten den Auftrag, etwas zu sprechen und dieses aufzunehmen. Feedback erhalten sie durch ihre Mitschüler, mit denen sie ihre Aufnahme teilen, ebenfalls im Audioformat. Dieses sei sehr effektiv, meinte Jan Hambusch, da Schüler sehr wohl in der Lage seien, Fehler bei ihren Mitschülern zu erkennen. Die im Beispiel genutzte App war eine iPad App, Opinion Podcast, die eigentlich für das Erstellen von Podcasts gedacht ist. Sie bietet aber auch die Möglichkeit, Aufnahmen zu teilen. Das Verfahren ist auch mit anderen Apps möglich, solange sie eine Funktion haben, die eine Weitergabe der Aufnahme an andere erlaubt.

MIFD, das Modell individuelle Förderung digital, stellt für mich das erste umfassende und sachlich fundierte Konzept dar, individuelle Förderung in der Schule mit digitalen Möglichkeiten systematisch zu integrieren. Die Möglichkeiten, die sich für Unterricht bieten, sind enorm, und wer nach dem berühmten Mehrwert des Einsatzes von digitalen Tools im Unterricht sucht, der muss blind sein oder ideologisch völlig anti digital verbohrt, wenn er/sie ihn hier nicht erkennt.

Mir wird das Modell nicht nur bei der Weiterentwicklung meines eigenen Unterrichts wertvolle Anregungen bieten, sondern auch bei meinen zukünftigen Beratungen  von Schulen und Fortbildungen von Lehrern eine wichtige Rolle spielen.

Weitere Lektüre: MIFD in der Praxis: Diagnose und Selbsteinschätzung

Frischer Wind für die Bibliothek – Leseempfehlungen zum Anhören mit QR Code

Posted in Medienwelt, Tools, Uncategorized by damianduchamps on September 12, 2016

Vor allem über Pinterest stieß ich immer wieder auf ein Beispiel der Nutzung von QR Codes, welches in den USA schon in der Grundschule Anwendung findet und auch für weiterführende Schulen von Interesse ist. Es geht darum, Leseempfehlungen zu Büchern nicht nur im Schulheft zu verfassen und in der Klasse vorzutragen, sondern diese Empfehlung als Audiodatei aufzunehmen und über einen QR Code in der Schulbibliothek abrufbar für interessierte Mitschüler bereitzustellen. Die QR Codes werden auf eine Karte gedruckt, mit dem Cover des besprochenen Buches und samt dem Buch im Regal aufgestellt. Interessiert sich ein Schüler für dieses Buch und möchte mehr wissen, scannt er den QR Code mit seinem Smartphone und hört sich dann über den Browser die Buchbesprechung an, um danach zu entscheiden, ob das Buch für eine Lektüre von Interesse ist.

Die im Deutsch- oder Fremdsprachunterricht erarbeitete Buchempfehlung wird damit auf ein ganz neues Niveau gehoben. Schüler schreiben die Buchempfehlung jetzt für ein größeres Publikum und vor allem ein echtes Publikum, welches sich die Empfehlung nicht nur anhört, weil sie in der Klasse für eine Benotung vorgelesen wird. Außerdem müssen für die Aufnahme Vorgaben wie maximale Zeitdauer und gutes, fehlerfreies Vorlesen umgesetzt werden. Für die Bibliothek kann das die Attraktivität deutlich steigern. Gibt es keine Schulbibliothek kann das Vorhaben auch in Kooperation mit einer Stadt- oder Gemeindebibliothek umgesetzt werden. Im Idealfall verfügt die Bibliothek über ein frei zugängliches WLAN. Wie könnte so ein Vorhaben in der Schule aussehen?

Ein Workflow, wie er in der Praxis aussehen kann

Die folgende Beschreibung geht davon aus, dass Audioboom genutzt wird, um die Audiodateien online zum Anhören zu speichern. Nur der Lehrer hat einen Account und die App auf seinem Tablet oder Smartphone installiert. In der Lerngruppe sind Smartphones und/oder Tablets verfügbar. Im Idealfall kann jeder Schüler ein eigenes Gerät nutzen. Auf den von den Schülern genutzten Geräten sind kostenlose Audiorekorder Apps installiert. Das Thema Buchbesprechung steht an. Die Kriterien wurden erarbeitet. Das Vorlesen für eine Aufnahme wurde thematisiert und geübt.

  1. In der Schulbibliothek suchen sich die Schüler Bücher aus, die sie vorstellen möchten.
  2. Die Schüler lesen ihre Bücher und verfassen eine Buchbeschreibung.
  3. Die Buchbeschreibung wird mit einem Audiorecorder App aufgenommen.
  4. Über eine Form des Dateiaustausches, zum Beispiel Bluetooth, wird die fertige MP3 Datei auf das Lehrergerät übertragen.
  5. Der Lehrer lädt die MP3 Dateien über Audioboom in einen zuvor eingerichteten Account hoch.
  6. Zu jeder Datei wird ein Titel ergänzt. Auch das Hochladen eines Titelfotos ist möglich. (Dieser Schritt kann alternativ am PC/Notebook im Browser erfolgen.)
  7. Zu jeder Buchbesprechung wird der von Audioboom erzeugte QR Code ausgedruckt. (Für viele ist dieser Schritt leichter an einem PC/Notebook im Browser zu erledigen.)
  8. Vom Cover des jeweiligen gesprochenen Buches wird ein Foto gemacht und ausgedruckt.
  9. Jeder Schüler klebt das Foto des Buchcovers und den QR Code auf ein Stück Karton und schreibt den Titel und Autoren des Buches hinzu.
  10. In der Bibliothek wird die Karte zum Buch gestellt. Idealerweise werden Bücher mit diesen Buchbesprechungen wechselnd in ein Ausstellungsregal gestellt.

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Was wird für die praktische Umsetzung benötigt?

  • eine Schulbibliothek, auch eine Stadt- oder Gemeindebibliothek wären als Kooperationspartner denkbar
  • eine Möglichkeit, Audiodateien online abrufbar zu speichern
    • Audioboom: es können im kostenlosen Account unbegrenzt viele Dateien gespeichert werden, sofern sie eine Länge von 3 min nicht überschreiten
    • Dropbox: in der kostenlosen Variante stehen 2 GB zur Verfügung, eine 1,5 min Aufnahme entspricht in etwa 1,5 MB bei Standardkompression des mp3, Dateien müssen freigegeben werden
    • OneDrive: hängt vom jeweiligen Account ab
    • Schulserver etc.: abhängig von den lokalen Gegebenheiten
  • ein mobiler Zugang über ein offenes WLAN (Freigabebeschränkung z.B. nur auf Audioboom.com möglich) zu den Audiodateien
    • ins Internet, wenn die Dateien bei einem Internetdienst wie Audioboom abgelegt werden
    • ins lokale Netz, wenn die Dateien auf einem Speicherort im Haus abgelegt werden
  • Aufnahmemöglichkeiten wie Computer, Smartphones oder Tablets mit integriertem oder abschließbare Mikrofon und entsprechender Software/ Apps zur Aufnahme im mp3 Format
  • eine Möglichkeit, ein Bild vom Buchcover zu machen und auszudrucken
  • eine Möglichkeit, die Adresse des Speicherorts der Audiodatei als QR Code auszudrucken
    • bei Audioboom wird der QR Code in der App bzw. auf der Webseite angezeigt
    • bei anderen Speicherorten braucht es einen Dienst, die Adresse des Speicherorts in einen QR Code umzuwandeln, z.B. http://www.qr-code-generator.de
    • Karton, auf welchen das Bild des Buchcovers und der QR Code geklebt werden
  • ein Plakat für die Bibliothek
    • mit einem Hinweis auf den WLAN Zugang
    • mit einer Anleitung, wie man über Einscannen des QR Codes die Buchbesprechung im Audioformat mittels Smartphone abrufen kann
    • mit einem Hinweis auf die benötigte QR Code Scanner App und die Verfügbarkeit in den jeweiligen App Stores

Praktische Tipps

In Ergänzung zum vorgestellten Workflow folgen einige Tipps und Alternativen für die vorgestellte Vorgehensweise.

Verfassen der Buchbesprechung

Bevor die Buchbesprechung verfasst wird, reicht es nicht nur, zu besprechen, was eine Buchbesprechung ist und sich Beispiele anzusehen. Da die Buchbesprechung nicht zum Durchlesen gedacht ist, sollten auch Kriterien erarbeitet werden, die für eine Buchbesprechung gelten, die zum Anhören gedacht ist, wie maximale Zeitdauer und einfachere Satzstruktur.

Aufnahme der Buchbesprechung als Audiodatei

Für die Aufnahme bieten sich verschiedene Möglichkeiten an.

Aufnahmemöglichkeiten

Smartphone/Tablet

Die wohl einfachste Möglichkeit für eine Aufnahme bieten Smartphone und Tablet, da sie über ein integriertes Mikrofon verfügen und es passende Apps gibt.

  • Audioboom bietet ein eigenes App für Android und iOS an, in welchem direkt aufgenommen und hochgeladen werden kann. Auch das Hochladen von in andere Apps aufgenommenen Audiodateien ist möglich.
  • Nimmt jeder Schüler mit seinem Gerät auf, wird die mp3 Datei anschließend z.B. per Bluetooth auf das Lehrergerät übertragen und kann von dort hochgeladen werden.
PC/Notebook

Wird über einen PC oder ein Notebook aufgenommen ist ein integriertes oder externes Mikrofon notwendig. Das Hochladen erfolgt dann im Browser.

MP3 Player, Diktiergerät, Audiorekoder

Heute eher nicht mehr in Erwägung zuziehen, da heute genug Schüler Smartphones haben und es damit einfacher ist. Datei müsste dann auf PC übertragen werden.

Aufnahmeformat

Aufgenommen werden sollte in einem der folgenden Formate: mp3, m4a, wave

Achtung: vorinstallierte installierte Audiorekorder Apps nehmen oft in einem eigenen Format auf (g3p), das nicht für Upload geeignet ist (testen!) und umgewandelt werden müsste. Besser wird also ein separates App installiert. Es gibt viele kostenlose.

Umwandlung der URL der Audiodatei in einen QR Code

  • Audioboom stellt die QR Codes zur Verfügung, im App wie über die Webseite.
  • Online Dienste wie http://www.qr-code-generator.com/ oder auch Apps auf Smartphone/Tablet erlauben es URLs umzuwandeln, wenn ein anderer Speicherort als Audioboom genutzt wird.

Differenzieren in Google Classroom

Posted in Creative Commons, Datenschutz, Google Classroom, Tools by damianduchamps on September 11, 2016
Ein Hinweis zur datenschutzrechtlichen Problematik der Nutzung von Google Classroom in deutschen Schulen findet sich am Ende des Beitrags

Eines für alle

Problem

Innerhalb von Google Classroom kann man über das Anhängen von Dateien an ein Assignment an alle Schüler nur ein und dasselbe Material austeilen. Jeder erhält so das gleiche Material. Was, wenn man gerne differenzieren möchte?

Lösung

Will man differenzieren, muss man sich mit einem kleinen Trick behelfen.
Anstelle eines Materials, welches jeder Schüler in Kopie gleich erhält, wird ein nicht bearbeitbares Hyperdokument erstellt. Das ist nichts anderes als ein Dokument, welches Links enthält, die auf weitere Materialien verweisen.
Über dieses Hyperdokument, im Folgenden als das zentrale Arbeitsblatt bezeichnet, werden die Links zu den Differenzierungsmaterialien weitergegeben, welche die Schüler dann in ihren Drive kopieren, bearbeiten und anschließend als Lösung über die Aufgabenstellung/Assignment einreichen können.

(more…)

Padlet – das digitale Einsteigertool für Lehrer

Posted in Kompetenzen, Tools by damianduchamps on September 4, 2016

marienkaefer-padlet

Padlet ist eines der einfachsten und genialsten Tools, welche das Internet aktuell für den Unterricht zu bieten hat. Es ist eigentlich nichts anderes als eine Pinnwand, an welcher Inhalte ähnlich wie Haftnotizen gesammelt werden können. Was mir daran besonders gut gefällt, sind vier Dinge:

  • Vielseitigkeit
  • Plattformunabhängigkeit
  • einfachste Nutzung für Schüler wie Lehrer
  • deutsche Sprache

Selbst begegnete ich Padlet, damals noch Wallwisher, erstmals 2010. Ich fand es so ansprechend, dass ich es direkt mit einer Klasse 5 im Englischunterricht nutzte, um Vokabeln zu sammeln. Jeder bekam den Link und alle legten los. Es klappte gut. Leider ging es nur im PC-Raum und das war mir zu aufwändig. Dieses Schuljahr (nach drei Jahren ohne Schule) kam Padlet bei mir erstmals wirklich umfangreich im Unterricht mit Tablets und Smartphones zum Einsatz, um als Lehrer Inhalte bereitzustellen und für meine Schüler um Ergebnisse einer Gruppenarbeit zu sammeln und darzustellen. Das funktionierte sehr gut.

Padlet, ein Tool für Einsteiger

Wo Tablets, Smartphones, Laptops oder anderer Geräte mit Internetzugang in den Unterricht integriert sind, ist Padlet in der Regel bekannt und ein Werkzeug unter vielen. Aber aller Anfang ist schwer. Die Hürden erscheinen interessierten Lehrern oft höher als sie tatsächlich sind. Gerade für erste Gehversuche im Unterricht mit digitalen Tools braucht es Werkzeuge, die sehr einfach zu nutzen sind und keine Vorkenntnisse benötigen. Padlet ist ein solches Tool. Deshalb steht es bei meinen Fortbildungen immer ganz vorne.

Das digitale Plakat plus

Plakate, diese unhandlichen großen Papiere, mochte ich im Unterricht noch nie. Als Lehrer muss man sie erst einmal besorgen, schleppt sie dann herum, ist darauf angewiesen, dass die Schüler auch Schere, Kleber und Marker dabei haben und Material, aus welchem ausgeschnitten werden kann. Meist fehlt wieder einmal irgend etwas. Und anschließend hängen sie vielleicht irgendwo bevor sie letztendlich im Müll enden. Selbst habe ich wegen dieser organisatorischen Hürden auf den Einsatz von Plakaten im Unterricht weitestgehend verzichtet. Referendare sehe ich aber noch immer regelmäßig damit auf dem Weg in die nächste Unterrichtsstunde. Mindestens eine Vorführstunde zeigt einen „Museumsrundgang“.

Enter Padlet

Dank Padlet geht es nun einfacher, denn Padlet ist Plakat + Schere + Kleber + Marker in einem und das Rohmaterial für das Ausschneiden und „Aufkleben“ liefert das Internet. Vorbei sind die Tage, wo ein Schüler wieder einmal etwas vergessen hat und nicht mitmachen kann. Vergessen wird allenfalls noch der Link zum Padlet, doch den hat ja der Lehrer. Nichts liegt herum, verknickt und verstaubt und landet spätestens zum Schuljahresende im Mülleimer. Als Zugabe können auf diesem digitalen Poster auch noch Filme, Audioaufnahmen, zusätzliche Dokumente und Links zu anderen Inhalten im Internet hinzugefügt werden. Und Freunde und Familien der Schüler können sich das Werk zum Schluss über einen Link auch noch ansehen. Tada!

Plattformunabhängig

Minimalanforderung für die Nutzung von Padlet ist ein Internetzugang und ein Browser. Das geht auf jedem Gerät. Für iOS und Android gibt es Apps, über die Padlets aufgerufen und bearbeitet werden können. Ein integrierter QR Code Scanner erlaubt es, Padlets direkt über ihren QR Code im App zu öffnen. Die Bedienung über Touch ist einfach. Doppelt tippen öffnet ein neues Pad oder ein bestehendes für die Bearbeitung. Auch für Chrome OS ist eine Erweiterung verfügbar. Padlets können sehr groß werden. Solange nur kleine Texte eingegeben werden oder ein Bild eingefügt wird, kommt man mit einem Smartphone oder 7“ Tablet aus. Wird ein Padlet umfangreicher, muss ein größerer Bildschirm her.

Benötigtes Vorwissen

Wer einen Browser bedienen kann und des Lesens mächtig ist, kann Padlet. Punkt!

Einfach, einfacher, am einfachsten

Die Bedienung von Padlet ist sehr einfach. Man kann mit „Neues Padlet“ direkt loslegen und die Sache ausprobieren. Ein Assistent führt gut erklärend durch die ersten Schritte: Name, Beschreibung, Layout, Hintergrund und Freigabe. Selbst Mitbenutzer sind ohne Anmeldung möglich, wenn die Standardeinstellungen gewählt werden und die Mitbenutzer (Schüler) den Link erhalten. Direkt vom ersten Padlet aus ist anschließend eine Registrierung möglich, um das Padlet dauerhaft zu sichern. Einmal registriert lassen sich nach Bedarf weitere Padlets anlegen. Beim Benutzen erschließen sich weitere Funktionen recht gut von alleine, etwa dass man Text im Padlet auch formatieren, verlinken und in Listen strukturieren kann.

Doppelklick/+ und loslegen

Neue Pads also Inhaltsfelder werden per Doppelklick oder über das Plus-Zeichen unten rechts erstellt und können dann mit Inhalten gefüllt werden. Inhalte wie Webseiten, Bilder, Videos, Lieder, Dokumente und ähnlich lassen sich per Link einfügen. Fotos, Videos, Audiodateien und Dokumente lassen sich auch hochladen. Jedes Pad kann mit einer Überschrift versehen werden und Text aufnehmen. Text kann formatiert werden, wenn man ihn markiert. Durch Ziehen lassen Pads sich in Größe und Form verändern. Mit Doppelklick auf ein Pad lässt es sich erneut bearbeiten oder löschen.

Multi-User

Padlet ist das ideale Werkzeug für kollaboratives Arbeiten. Wer über den Link verfügt, kann je nach Einstellung schreiben oder moderieren. Schreiben bedeutet für den einzelnen User, dass nur selbst erstellte Pads bearbeitet werden können. Moderieren erlaubt auch das Bearbeiten fremder Pads im Padlet.

Einsatzbeispiele

Padlet ist im Mehrnutzer Einsatz vielfältig zu verwenden. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

  • Schüler erarbeiten ein Thema in Gruppen. Nach der Vorbereitung werden die gesammelten Ergebnisse in Form eines Padlet zusammengestellt, ähnlich wie auf einem Plakat. (Laptop, PC, Tablet größer 7“)
  • Brainstorming für ein Thema. Alle Schüler der Klasse erhalten den Link und können ihre Beiträge einstellen. (Smartphone geeignet)
  • Elfchen oder Haikus gesammelt veröffentlichen. Link/QR Code ins Heft kleben. (Smartphone geeignet)
  • Argumente für eine Erörterung sammeln, eine Seite pro, andere contra. (Smartphone geeignet)
  • LdL – Schüler unterrichten andere Schüler. Sie arbeiten im Team und bereiten ergänzendes Material für eine kleine Unterrichtseinheit in einem Padlet vor. (Laptop, PC, Tablet größer 7“)
  • Von der letzten Klassenfahrt. Ausgewählte Bilder werden mit kleinen Texten von jedem Schüler beigesteuert. (Smartphone geeignet)
  • Ergebnisse eines Kunstprojektes. Jeder Schüler fotografiert sein Bild mit einem Smartphone oder Tablet und lädt es mit einem kleinen Text ins Padlet. (Smartphone geeignet)
  • Planung einer Klassenfahrt. Wenn das Ziel steht, kann in einem Padlet das Programm vor Ort geplant und dargestellt werden, mit Bildern, Informationen, Links und Karten. (Laptop, PC, Tablet größer 7“)
  • Da die einzelnen Pads sich auch verschieben lassen, kann von Schülern in Gruppen ein vorgefertigtes Padlet gemeinsam sortiert werden: Wortgruppen, Verben regelmäßig/unregelmäßig, Oberbegriffe/ Unterbegriffe, … (Laptop, PC, Tablet größer 7“)
  • In einem Padlet wird ein Inhalt (Film, Text, Bild) eingebunden und mit einer Aufgabe versehen. Das Padlet wird in Anzahl der Schülergruppen dupliziert und den Gruppen zugeteilt. Diese bearbeiten dann die Aufgabenstellung. Nach Abschluss wird das Padlet durch Umstellen auf „kann lesen“ für die Bearbeitung gesperrt. Die Gruppen vergleichen nun ihre Ergebnisse. Auch ein Museumsrundgang könnte sich anschließen.
  • Im Kunstunterricht wurden Skulpturen erstellt. Schüler fotografieren ihre Skulptur und stellen das Foto mit einer Erklärung in ein Padlet der Kunstgruppe. (Smartphone geeignet)

Einzelnutzer

Padlet ist auch für einzelne Nutzer interessant. Da es kein Vorwissen braucht, bekommt hier jeder Lehrer die Möglichkeit, auf einfachste Art eine kleine Webseite zu erstellen. Aber auch Schüler können ihr Padlet erstellen.

Einsatzbeispiele

Immer wenn eine schnelle, einfache Webseite benötigt wird, ist man mit Padlet gut aufgehoben, um Inhalte ins Netz zu stellen.

  • Es geht mal eine Runde in den PC Raum. Über das Padlets werden Links mit Recherchenaufträgen weitergegeben. Der Link zum Padlet kann über einen Dienst wie bit.ly verkürzt werden
  • Für den Einstieg in ein neues Thema wird eine Seite mit Informationen vorbereitet.
  • Ein Padlet wird als zentrale Seite für eine Unterrichtsreihe angelegt mit Links zu anderen Webseiten, Links zu Schüler Padlets, …
  • Über ein Padlet werden Materialien, z.B. Arbeitsblätter zum Ansehen und Herunterladen für die Schüler bereitgestellt.
  • Ein Padlet wird als einfaches Blog genutzt.

Padlet motiviert

Da man mit Padlet leicht ein Publikum außerhalb der Schule erreichen kann, ist die Motivation bei vielen Schülern größer. Sie können anderen zeigen, was sie in der Schule machen, der Familie und den Freunden. Über einen Link kann das Padlet in die Schulhomepage eingebunden werden. Tipp: vor der Veröffentlichung sollte das Padlet schreibgeschützt werden.

Die Nutzung  von Padlet macht kompetent

Als Werkzeug ist Padlet eben mehr als ein Plakat aus Papier. In seiner einfachsten Nutzung kann es ein Plakat 1:1 in seiner Funktion ersetzen. Aber damit hört es nicht auf. Plakate sind statisch. Ein Padlet kann Filme und Animationen aufnehmen und Links zu anderen Webseiten. Außerdem kann ein Padlet leicht über den Klassenraum hinaus gezeigt werden. Hier sind die Möglichkeiten gegenüber dem Plakat deutlich erweitert (aus Sicht von Unterrichtenden: im SAMR Modell auf der Stufe Augmentation).

So wenig wie es beim Plakat nur darum geht, mit Schere, Kleber und Marker umgehen zu können, so wenig steht bei Padlet das Handling im Mittelpunkt. Sicher muss auch dieses eingeübt werden, doch im Vordergrund steht bei der Nutzung von Padlet im Unterricht je nach Thema die Darstellung von Inhalten und ihren Zusammenhängen, die Organisation der Arbeit im Team und die Absprache über die Inhalte und gemeinsame Standards der Darstellung, die Weitergabe von erarbeiteten Ergebnissen an andere innerhalb der Lerngruppe oder über sie hinaus in die Öffentlichkeit des Internets und mehr.

Schüler nutzen Padlet

Bei der Arbeit mit Plakaten kommen oft nur die zum Zuge, die eine schöne Handschrift haben oder gut zeichnen können. Padlet bietet auch grobmotorischen oder zurückhaltenden Schülern eine Möglichkeit, sich in die Teamarbeit einzubringen. Digital schreiben alle schön und der digitale Raum bietet der Kreativität bei der Gestaltung größere Freiräume.

Für Schüler kann Padlet ein erster Einstieg in die Arbeit mit Webseiten sein, da die grundlegenden Möglichkeiten der Einbindung von Inhalten sehr ähnlich sind. Schüler, die mit Padlet umgehen können, sind auch in der Lage, einen Beitrag in einem Blog zu schreiben und mit Links, Bildern, Videos etc. zu versehen. In der gemeinsamen Arbeit an einem Padlet üben Schüler zudem die nötigen sozialen Kompetenzen ein, welche erforderlich sind, ein gemeinsames Projekt zu erstellen. Ohne Regeln und Absprachen wird es nicht gehen. Anders als beim Plakat, wo meist nur einer arbeiten kann, können hier in einer Gruppe wirklich alle gleichzeitig arbeiten. Soll das Padlet veröffentlicht werden, so dass es auch über Google zu finden ist, bietet Padlet einen guten Anlass, sich mit dem Thema Urheberrecht und Creative Commons auseinanderzusetzen.

Lehrer nutzen Padlet

Lehrern bietet sich Padlet als ein Instrument an, mit welchem sie erste Gehversuche machen können beim Einsatz eines digitalen online basierten Tools zur Gestaltung ihres Unterrichtes. Sie werden dabei merken, dass Padlet gegenüber dem Plakat weitaus mehr Möglichkeiten bietet und selbst neue Lernanlässe bietet. Wer mit Padlet positive Erfahrungen sammelt, und das wird man, wird Zutrauen gewinnen, neugierig werden und sich auch nach anderen digitalen Tools umsehen.

Vor dem ersten Unterrichtseinsatz

Bevor man als Lehrer Padlet (oder andere digitale Werkzeuge) im Unterricht einsetzt, sollte man sich zunächst im Klaren sein, was man damit erreichen möchte. Es geht um Unterrichtsentwicklung. Padlet ist natürlich auch ein Lerngegenstand aber nur nachgeordnet. Welche Lerngelegenheiten möchte ich durch den Einsatz von Padlet im Unterricht für meine Schüler ermöglichen? Außerdem sollte man sich selbst ausreichend vertraut gemacht haben mit Padlet. Erschließen sie sich selbst Inhalte mit einem Padlet, nutzen sie es selbst zum Lernen, bereiten sie damit ein Thema auf. Mit dieser Erfahrung können sie abschätzen, welche Anforderungen Padlet an ihre Schüler stellt und welche Möglichkeiten es ihnen bietet, Lernprozesse zu gestalten, welche Lerngelegenheiten es ihnen erschließt. Nutzen sie Padlet gemeinsam mit Kollegen einer Fachkonferenz, um ihr schulinternes Curriculum weiterzuentwickeln oder ein neues Themenfeld gemeinsam aufzubereiten. So erfahren sie die Möglichkeiten kollaborativen Arbeitens mit Padlet selbst und können sie anschließend ihren Schülern vermitteln.

QR Codes – Pimp those boring textbooks!

Posted in Creative, Medienwelt, Tools by damianduchamps on Mai 5, 2016

Langweilig und schon bei Drucklegung veraltet

Vermutlich bin ich nicht der einzige, der die Schulbücher, mit denen er im Alltag zu tun hat, unausstehlich langweilig findet. In meinem Fall ist dieses das Englischlehrwerk, welches mittlerweile in die Jahre gekommen ist. Der Band für die Klasse 8 wurde 2007 auf den Markt gebracht und war sicherlich mindestens ein Jahr, wenn nicht länger, in Vorbereitung. Entsprechend veraltet sind die Inhalte. Die jungen Menschen aus den USA und Kanada, die dort vorgestellt werden, nutzen noch keine Smartphones, kennen kein WhatsApp oder SnapChat, schreiben dafür aber E-Mails und man sieht sie, wenn überhaupt im Zusammenhang mit Computern, vor uralten Modellen sitzen. Die vorgestellten Schauspieler, Sportstars, Musiker und Bands sagen den Schülern von heute kaum noch etwas. Internet Berühmtheiten – Fehlanzeige. Und selbst die Fotos, die eigentlich relativ überdauernde Landschaften, Gebäude, Personen und ähnlich zeigen sollen, um den Schülern einen Eindruck zu geben, wie es in diesen Ländern aussieht, sehen aus als wären sie aus dem Fotoalbum meiner Großeltern entnommen. Auch von der Struktur her insgesamt kann mich dieses Lehrwerk nicht vom Hocker reißen. Die angesprochenen Inhalte mit Bezugspunkten zur Lebenswelt der Schüler sind letztlich nur Vehikel, um neues Vokabular und Grammatik zu transportieren. Einzelne Units mit Projekten sollen das Buch in seiner Eintönigkeit auflockern.

Wenn ich mein Englischbuch aufschlage, dann fällt es mir extrem schwer, den Schülern gegenüber begeistert, motiviert und inspiriert zu wirken. Und wie muss dieses Buch erst auf meine Schüler selbst wirken, die täglich im Internet unterwegs sind, wo sie viele schöne Bilder sehen und vielfältigste Layouts und Schriftarten, Animationen und Videos?

Ganz ohne Lehrbuch?

Als Schule ist man nicht verpflichtet, mit einem Lehrwerk zu unterrichten. Man kann, wenn man möchte, die Inhalte in Orientierung an den Richtlinien und Lehrplänen komplett selbst zusammenstellen. Das allerdings kostet natürlich einiges an Zeit und Energie und ist alleine schwierig zu leisten. Eine größere Fachschaft könnte das schon leisten. Oft wird ein Fach wie Englisch jedoch auch fachfremd unterrichtet. Für Lehrer, die ein Fach nicht studiert haben, kann ein Lehrwerk mit den umfangreichen Begleitmaterialien inklusive der didaktischen Hinweise eine große Hilfe sein. Solche Unterstützung würde bei selbst zusammengestellten Materialien fehlen. Mitunter verlangen sogar Schüler nach einem Buch, da sie einen Grammatik- und Vokabelteil haben möchten, den sie zum Nachschlagen und Lernen nutzen können. Das ist vor allem dann der Fall, wenn im Unterricht versäumt wird, entsprechende Unterlagen gemeinsam mit den Schülern systematisch anzulegen.

Das Englischlehrwerk aufbohren

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Mindesthaltbarkeitsdatum verlängern

Eine Möglichkeit, das offizielle Lehrwerk trotz aller seiner Beschränkungen doch zu nutzen, besteht darin, seine Möglichkeiten einfach zu erweitern. Das macht die Arbeit damit nicht nur interessanter und motivierender, sondern kann sogar Kosten sparen helfen, da man das Lehrwerk so länger nutzen kann.

Ein Lehrwerk aufzuwerten, ist relativ einfach mit etwas Arbeit  und ohne zusätzliche Kosten möglich.

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Let’s go 4 Unit 7 – Canada mit QR Code zu einem Padlet

Eine Möglichkeit dazu sind QR Codes. Je nach Schule und Bundesland werden die Fachbücher von Eltern oder Schule angeschafft. Bei Lehrwerken, die im Besitz der Schule sind, und an die Schüler ausgeliehen werden, kann nach Absprache mit dem Schulträger das Schulbuch um QR Codes erweitert werden. Diese verweisen dann auf Inhalte, die im Internet zu finden sind. Anders als bei den Angeboten mancher Verlage über Web Codes, die auf Inhalte aus dem Angebot des Verlages hinweisen, können hier eigene Inhalte hinterlegt werden.

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Padlet Canada

Verweisen kann man auf Inhalte jeder Art – Informationstexte, Nachrichtentexte, Wikipedia Einträge, Fotos, Videos, Audiomaterial wie Podcasts, Hörgeschichten und ähnlich und natürlich auch interaktive Übungen, etwa mit LearningApps erstellt, und Quiz-Formate. Im Vokabelteil könnte man auf Quizlet Übungen für das Vokabeltraining verlinken. Außerdem könnten, falls gewünscht, Arbeitsblätter zum Download vom Schulserver oder ähnlich eingebunden werden. Hervorragend geeignet sind hier in allen Bereichen auf jeden Fall freie Bildungsmaterialien (OER).

Voraussetzungen

Auch wenn in einer Fachschaft alle willig sind, müssen einige Vorbedingungen erfüllt sein, um ein Lehrwerk über QR Codes und damit verlinkte externe Inhalte/Übungen aufwerten zu können.

  • Das betreffende Lehrwerk muss im Besitz der Schule/ des Schulträger sein.
    • Einkleben von QR Codes muss genehmigt sein
  • Sollen die Möglichkeiten im Unterricht sinnvoll genutzt werden,
    • sollten idealerweise alle Klassenräume/Fachräume Internetzugang haben
    • sollten möglichst viele Schüler über digitale Endgeräte Zugriff auf das Internet haben
      • Schulgeräte und/oder Schülergeräte (BYOD)
    • sollten möglichst alle Schüler auch zu Hause das Internet nutzen können
    • sollte zumindest eine regelmäßige Nutzung eines PC Raums möglich sein
  • Die Nutzung von externen Inhalten im Internet darf zumindest in Bezug auf von Lehrern ausgewählte Inhalte nicht durch Firewalls und/oder Filtersoftware blockiert sein

Je nach Nutzungsszenario kann es sinnvoll sein, die QR Codes mit einem verkürzten Link (z.B. über einen Dienst wie http://bit.ly verkürzt) zu ergänzen, der im Bedarfsfall abgetippt werden kann.

Schritt für Schritt

  1. Die Fachschaft entschließt sich, das Fachbuch aufzupimpen
  2. Rechtliche Fragen, ob das Buch mit QR Code Stickern versehen werden darf, werden geklärt.
  3. In einer Fachschaftssitzung arbeitet man beispielhaft ein Thema aus einem Jahrgang auf, um allen Beteiligten zu zeigen, wie es geht.
    1. Gezeigt wird, wo man externe Inhalte findet.
    2. Ein Kriterienkatalog für die Materialauswahl wird erstellt: Anspruchsniveau, maximale Länge der Videos, Bildqualität, Länge von Audiomaterialien, Urheberrecht (nutzbare Lizenzformen, Creative Commons Lizenzen, Public Domain), …
    3. Plattformen für das Finden bzw. Erstellen von interaktiven Aufgaben werden vorgestellt.
    4. Absprache, welche Übungsformen, man wofür nutzen will.
    5. Konventionen für das Benennen von erstellten bzw. auf eigene Bedürfnisse angepassten externen Übungen werden vereinbart.
    6. Erstellen von QR Codes bzw. Sammlung von Links für das Erstellen der QR Codes
  4. Drucken von QR Codes auf Avery/Zweckform Etiketten (oder ähnlich) und Einkleben in Lehrwerk
  5. Erster Praxistest und Nachbesserung falls notwendig.
  6. Aufteilung der restlichen Themen/Units aus dem Jahrgang und Überarbeitung in Teams.
  7. Praxistest mit den anderen Überarbeitungen im Jahrgang und Nachbesserung wo notwendig.
  8. Aufpimpen des kompletten Fachbuches, zu dem gearbeitet wurde, mit QR Codes für den nächsten Durchgang.
  9. Ausweitung auf andere Jahrgänge/Fächer.

Wie im Unterricht nutzen

Bevor man sich entschließt, ein Fachbuch mit QR Codes aufzubohren, sollte man sich auf jeden Fall Gedanken machen, wie man die externen Inhalte für den Unterricht nutzen kann.

Primär frontale Nutzung – Schüler Nachnutzung

Nicht jede Schule verfügt über die Möglichkeit, Schüler im Unterricht mit digitalen Endgeräten ins Internet zu schicken. Dann nutzt der Lehrer die Inhalte im Unterricht:

  • über einen Projektor, der mit Notebook, Tablet oder Smartphone gekoppelt ist
  • über ein interaktives Whiteboard

Bei beiden Varianten ist es durchaus möglich, dass einzelne Schüler interaktive Übungen machen und dabei von den Mitschülern unterstützt werden. Alle Schüler haben anschließend die Möglichkeit, die externen Materialien auch noch einmal zu Hause zu nutzen. Die Materialien könnten auch als Hausaufgaben genutzt werden. Bei Plattformen mit der Möglichkeit zur Registrierung (z.B. Quizlet, Edpuzzle, …) hat der Lehrer sogar eine Kontrolle über den Zugriff durch die Schüler.

Flipped Classroom

In vielen Schulen ist die Möglichkeit für Lehrer, zumindest einen Projektor im Fachraum oder Klassenraum nutzen zu können, nicht gegeben. Aber auch hier kann es Sinn machen, das Fachbuch mit QR Codes zu ergänzen. Im Sinne von Flipped Classroom können über die QR Codes auch Videos und Materialien verlinkt werden, mit denen sich Schüler zu Hause mit einem Stoff auseinandersetzen, der dann im Unterricht geübt und vertieft wird. Im Englischunterricht wäre das z.B. bei Grammatik Themen denkbar, siehe z.B. English Grammar Reported Speech: Questions von Alicia Bankhofer.

Außerdem können Schüler auch weitere verlinkte Materialien nutzen für andere Formen von Hausaufgaben, mit denen sie Inhalte für den Unterricht vorbereiten oder Themen vertiefen.

Nutzung im PC Raum

Ich selbst gehe im Englischunterricht nicht gerne extra in den PC Raum. Aber „zur Not frisst der Teufel die Fliegen auch ohne Salz.“ Wenn gar nichts geht, ist ein PC Raum besser als nichts. Da die PCs dort in der Regel nicht über Webcams verfügen, welche die QR Codes einlesen können, ist es hier wichtig, dass die Links auch abgetippt werden können. Es sollten außerdem Köpfhörer verfügbar sein oder von den Schülern mitgebracht werden.

Notebook Wagen/Tablet Koffer

Bteht die Möglichkeit, zumindest für eingeschränkte Zeiträume, Notebooks oder Tablets für die Lerngruppe zu bekommen, hat man deutlich bessere Möglichkeiten. Wenn nur diese Möglichkeit besteht, könnte man sich in der Fachschaft absprechen, dass jede Lerngruppe in einem Schuljahr zumindest eine Stoffeinheit/Unit mit Internetzugriff und Endgeräten in der Klasse durcharbeiten kann.

Je nach Fach könnte man so auch zunächst nur eine bestimmte Unit/Stoffeinheit mit externem Material und QR Codes erweitern. Sobald sich mehr Möglichkeiten für Notebooks oder Tablets in den Lerngruppen ergeben, weitet man dann die Vorhaben dann in den Fachbüchern aus, wie oben beschrieben.

BYOD

Die umfangreichsten Möglichkeiten bieten sich sicherlich, wenn alle Schüler dauerhaft eigene Geräte im Unterricht nutzen können (BYOD). Dann könnten die erweiterten Inhalte des Lehrwerks regelmäßig im Unterricht eingesetzt werden. Zu beachten ist hierbei noch: nicht alle Inhalte aus dem Internet stellen sich auf allen Geräten gleich gut dar. Gerade auf Geräten mit kleineren Displays kann es z.B. bei interaktiven Übungen zu Problemen kommen. Das sollte man vorher testen.

Weitere Szenarien

Schulen, die mit lokalen Lernmanagement Systemen/Lernplattformen arbeiten, könnten auch auf Inhalte innerhalb dieses Systems verlinken, wenn diese über ein internes Netz für Schüler und Lehrer erreichbar sind. Gleiches ist für Verlinkungen auf Lernmanagement Systeme/Lernplattformen denkbar, die auch von außen über das Internet erreicht werden können.

Ausweitung auf andere Fächer

Hat sich das System in einem Fach bewährt, wird auch in anderen Fächern schnell der Wunsch aufkommen, diese Möglichkeit zu nutzen. Dieser Schritt ist dann vergleichsweise einfach.

2005 keine Blogs – heute keine Blogs

Posted in Alltag, Tools by damianduchamps on Mai 13, 2010

Heute stieß ich auf ein altes Blog, das ich mal angelegt hatte bei Blogger.de. Damals hatte ich mich für die Plattform interessiert wegen der Software auf der sie läuft. Ich hatte das Blog schon vergessen. Letztmalig war ich 2008 drauf. Boggen war für Schulen auch damals schon aktuell. Im Blog schrieb ich etwas darüber:

Donnerstag, 7. April 2005

Blogging in der Schule und kein Schwein interessiert es …

So ist das in der Schule und mit den Lehrern: Man hat ein tolles Instrument und keiner nutzt es, niemand interessiert sich dafür. Es ist zum …
Sag ich jetzt lieber nicht! Schade ist es allemal. Man könnte so vieles damit machen und einfach ist es noch dazu, so dass auch unbedarfte Anfänger ohne große Kenntnisse sich an diese Sache wagen können mit einer Klasse. Aber es wird nie etwas daraus, da der Alltagslehrer vom Alltag dermaßen gedrückt wird, dass ihm oder ihr für derartige schöne und nützliche Dinge keine Zeit bleiben. So muss dieses hier leider unentdeckt bleiben und ungenutzt.

Geändert hat sich seither nicht viel. An meiner Schule nutzt niemand Blogs. Ein Kollege ließ mal Schüler der Sechs oder Sieben in ein Blog eintragen, was sie über verschiedene Insekten gefunden hatten. Ein Referendar baute sich mal ein Blog für ein Webquest. Das war alles. Außer mir nutzt niemand so etwas an meiner Schule. Und dabei ist es so einfach und es war auch damals schon sehr einfach. Blogger.de ist da sogar recht gut geeignet für Schule. Es ist sehr einfach zu bedienen, einfacher als WordPress z.B..

Google Docs – ein Meilenstein für Schule

Posted in Tools by damianduchamps on Mai 1, 2010

Für mich stellt Google Docs, seit es in seinem Funktionsumfang kürzlich mit Features von Etherpad erweitert wurde, einen echten Meilenstein für die Umsetzung von kollaborativem Arbeiten in der Schule dar. Vielen, die von Google Docs gehört haben, ist das, glaube ich, noch nicht klar – und viele mehr wissen nicht einmal, dass es dieses Programm und diese Möglichkeiten überhaupt gibt. Naja, wer hat überhaupt je schon von kollaborativem Arbeiten gehört?

Meine ersten Erfahrungen mit echtem kollaborativem Arbeiten liegen schon fast sieben Jahre zurück. Damals gab es auf dem Mac ein kostenloses Programm mit dem Namen Hydra, später SubEthaEdit. Mit einer Schülergruppe erstellte ich ein Drehbuch für einen Film. Die Schüler saßen dann an drei oder vier Macs und über das lokale Netz konnten alle gemeinsam, zeitgleich am Drehbuch arbeiten. Jeder schrieb seine Rolle und legte ihren Text fest. Die verschiedenen Schreibenden waren an ihren Textfarben zu unterscheiden. Das fertige Drehbuchstück wurde dann jeweils in eine Textverarbeitung kopiert und dort abgespeichert. Seit ich dieses Programm kennengelernt hatte, träumte ich davon, so etwas auch für anderen Unterricht einsetzen zu können, mit mehr Schülern und plattformunabhängig.

Das Programm, welches als erstes in diese Richtung ging, war Etherpad, das ich in seiner Beta kennenlernte. Ich habe es auch genutzt für verschiedene kleinere Unterrichtsprojekte, wünschte mir aber schon noch mehr, eine bessere Möglichkeit, online erstellte Dokumente zu verwalten und einige wenige Formatierungsmöglichkeiten.

Google Docs ist endlich das, was ich suche. Es bietet eine sehr einfache Textverarbeitung mit den gängigsten Formatierungen und einer Rechtschreibkorrektur. Dokumente lassen sich in Ordnern ablegen und verwalten. Freigaben sind einfach zu handhaben. Es gibt eine Versionskontrolle.

Bis zu 50 User können zeitgleich an einem Dokument arbeiten und Beiträge ihrer Mitautoren in Echtzeit verfolgen. Dateien lassen sich in Formaten, die z gängigen Office-Lösungen kompatibel sind, online und lokal abspeichern. Es ist möglich, Dateien vom Rechner auf Google Docs hochzuladen. Google Docs ist plattformunabhängig. Mitautoren müssen nicht über einen Google Account verfügen, um mitarbeiten zu können. Die Webadresse des Dokuments reicht.

Was mir besonders gut an Google Docs gefällt und was es so wertvoll für Schule macht, sind zwei Dinge. Es ist kostenlos und es ist sehr niederschwellig angelegt. Selbst User mit geringen Vorkenntnissen können es leicht bedienen. Alles, was ein Lehrer benötigt, der es im Unterricht einsetzen möchte, ist ein eigener Google Account. Das Anlegen und Einpflegen von Schüler-Usernamen und Kennwortlisten entfällt.

Google Docs bietet als weiteren Vorteil Schülern wie Lehrern die Möglichkeit, von zu Hause direkt auf die Dokumente zugreifen zu können.

Natürlich hat Google Docs auch Nachteile. Es ist von einer funktionierenden und guten Internetverbindung abhängig und es bietet einen deutlich geringeren Funktionsumfang als lokal installierte Textverarbeitungen. Außerdem ist es möglich, dass bei anonymem Zugriff (User ohne Anmeldung und Nutzerkennung) ein einzelner Schüler die Arbeit einer ganzen Gruppe an einem Dokument zu Fall bringen kann, indem er etwa immer wieder alles löscht oder Unsinn schreibt. In einem PC-Raum mit 15 Arbeitsplätzen kann der Übeltäter schwierig zu lokalisieren sein,  wenn er Unterstützung aus der Lerngruppe hat. Meiner Erfahrung nach kommen solche Fälle aber eher selten vor. Insgesamt überwiegen die Vorteile, die sich durch kollaboratives Schreiben ergeben deutlich.

Damit das gemeinsame Schreiben und Überarbeiten erfolgreich verläuft, braucht es gewisser Regeln, um das Chaos zu vermeiden, welches sich einstellen kann, wenn Schülergruppen noch keine Erfahrung mit kollaborativem Arbeiten haben. Ein Beispiel für solche Regeln finden sich in dem hervorragenden Blogpost von Maik Riecken, Deutsch kollaborativ mit GoogleDocs, auf den ich über einen Tweet von @MatthiasHeil stieß.

Mit dem hier beschrieben stellt Google Docs für mich die wichtigste Neuerung des Jahres 2010 von für Schule und Unterricht interessanter Software dar. Ich halte dieses Angebot wirklich für einen Meilenstein auf dem Weg zu einem Unterricht, der die Möglichkeiten des Netzes gewinnbringend umsetzten möchte.

Aus diesem Grund werde ich dieses Tool ab sofort in meinen Fortbildungen so vielen Lehrern wie möglich ans Herz legen, vor vielen anderen Lösungen.

Google Docs wird sich weiterentwickeln. Schon jetzt ist es von dem ursprünglichen Onlineeditor Writely, aus dem es entstand, nachdem Google diese Software erwarb, weit voran geschritten. Der heutige Stand wird nicht das Ende sein. Und auch die Konkurrenz schläft nicht. Mircsoft geht mit Microsoft Docs unter http://docs.com an den Start. Dieses ist eine Online-Lösung die mit der Desktopversion von Office 2010 verknüpft zusammenarbeiten soll. Über Facebook und lokale Netzte von Office Anwendern soll es möglich sein, Dokumente mit Facebook Kontakten und Mitarbeitern zu teilen. Das ist aber noch weit hinter Google Docs zurück. Für Schulen ist dieses Angebot damit noch nicht interessant. Man darf gespannt sein, wie sich der Markt für kollaborative Dokumentbearbeitung entwickeln wird.

Mit Online Tabellenkalkulation, Formularen, Mindmaps, Bild-, Audio- und Videobearbeitung eröffnet sich ein ganz neuer Horizont für Schule und Unterricht. Aber dazu mehr in einem anderen Post.

Siehe auch Kollaboratives Schreiben auf Wikipedia

Präsentieren – oft mehr Schein als Sein

Posted in Tools by damianduchamps on April 29, 2010

Durch @MatthiasHeil wurde ich auf dieses Fundstück aufmerksam: When PowerPoint Does More Harm Than Good [Presentations] http://j.mp/bFr81a. Da geht es um PowerPoint Präsentationen und das Militär. „It’s dangerous because it can create the illusion of understanding“, sagt da ein General und genau das, finde ich trifft im schulischen Kontext leider oft zu.

Für meine Begriffe wird Präsentieren als Kompetenz viel zu hoch gehängt. Früher gestalteten Schüler Plakate im Unterricht, um Inhalte zu visualisieren oder die Ergebnisse einer Gruppenarbeit festzuhalten und für eine Zeit aufzubewahren oder vielleicht für eine größere Zielgruppe auszustellen. Lehrer dachten dabei vor allem an Ergebnissicherung. Plakate brauchen Material und Platz und beides ist nicht immer leicht verfügbar. Der Aufwand ist nach heutigem Maßstab unverhältnismäßig hoch gemessen an der Kurzlebigkeit des Endproduktes.

In den Kernlehrplänen (NRW) heißt es zum Präsentieren z.B.:

Sie können Ergebnisse der eigenen Arbeit präsentieren, u. a.

  • Notizen mit einfachen Informationen anfertigen, um einen eigenen Beitrag vorzubereiten,
  • eine vorbereitete einfach strukturierte Präsentation zu einem vertrauten Thema klar vortragen. (a)

oder:

Medien zur Präsentation und ästhetischen Produktion nutzen (b)

oder:

Präsentationstechniken anwenden: Medien zielgerichtet und sachbezogen einsetzen, z. B. Tafel, Folie, Plakat, PC-Präsentationsprogramm (c)

oder auch:

Arbeitsergebnisse zusammenhängend mit mediengerechter Unterstützung präsentieren (d)

Präsentieren meint natürlich nicht nur digitale Präsentation. Es geht um das Darstellen und Vorstellen vor einer Gruppe von Mitschülern, um freies Sprechen mit und ohne Notizen. Dieses zu vermitteln ist auf jeden Fall notwendig, auch zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit.

Mit Powerpoint bekam das Präsentieren eine neue Dimension. Hatte man vorher nur Overhead Folien, die man mühsam mit Folienschreibern gestalten musste, oder  Plakate, die zu beschriften, bemalen und bekleben waren, eröffneten sich mit PowerPoint und ähnlichen Programmen ungeahnte Möglichkeiten. Material zur Illustration ist mit dem Internet kein Problem mehr und Vorlagen und Assistenten lassen auch wenig versierte Anwender schnell optisch eindrucksvolle Präsentationen erstellen. Das Ergebnis sieht nicht nur bunt und eindrucksvoll aus, sondern bedeutet auch noch Nutzung der neuen Medien. Man ist modern. Soweit so gut.

Mit den computergestützen Präsentation und der Leichtigkeit, mit der diese erstellt werden können, setzte jedoch mancherorts eine wahre Inflation der PowerPoint Präsentationen ein. Aus den USA liest man vermehrt Kritik dahingehend. Präsentationen verkommen zu voluminösen Darstellungen banaler Inhalte, die fehlende Tiefgründigkeit mit opulenten Effekten und Bilderfluten kaschieren. Gefördert wurde dieses in den USA durch eine vermehrte Forcierung auf computergestütztes Präsentieren und Lehrer die sich in ihrer Notengebung mehr am Schein als Sein orientierten.

Für Lehrer bieten Präsentationen mit PowerPoint und ähnlicher Software erstellt, auf den ersten Blick tatsächlich Vorteile. Man hat etwas Handfestes in der Hand, um Noten zu vergeben. Lehrer fallen aber leicht, so meine Beobachtung, in die Falle, in welche auch amerikanische Lehrer liefen, und bewerten Optik und Effekt-Gimmicks stärker als Inhalte. Ist es Unwissen oder Bequemlichkeit? Ich weiß es nicht.

Wie gut, dass  unsere Lehrer dann doch noch nicht so medienvertraut sind und dauernd Präsentationen erstellen lassen. Oder sollten sie nicht doch mehr davon verstehen, dass sie dann, wenn ein Schüler zu Hause eine Präsentation für eine Biologiereferat erstellt hat, sich nicht von der Technik, die sie selbst nicht beherrschen, blenden lassen?

iPad und Projektor

Posted in Medienwelt, Tools by damianduchamps on April 20, 2010

Das iPad hat sich seit April 2010, als ich diesen Beitrag ursprünglich verfasste, gut am Bildungsmarkt etablieren können. Zahlreiche Schulen haben Geräte angeschafft und einige sogar iPad Klassen einrichten können. Auch für die Hand des Lehrers hat sich das iPad als sehr nützlich erwiesen. Doch ausgerechnet dann, wenn man die Bildschirminhalte des iPads der ersten Generation an ein externes Anzeigegerät übertragen möchte, stößt man schnell an die recht willkürlich von Apple gesetzten Grenzen. Zwar lassen sich diese per Jailbreak überwinden, doch mit dem iPad 2 geht es dann einfacher, denn Apple hat diese Generation des iPad von allen dem iPad 1 auferlegten Begrenzungen befreit. Der folgende Beitrag setzt sich vor allem mit dem iPad 1 auseinander und seinen Möglichkeiten, Bildschirminhalte auf externe Anzeigegeräte zu übertragen. In den nachfolgenden Aktualisierungen werden Apps vorgestellt, welche auf dem iPad 1 ihre Inhalte extern anzeigen lassen. Ich gehe anschließend auch auf das iPad 2 und seine Möglichkeiten ein, unter anderem die der drahtlosen Übertragung zu einem externen Anzeigegerät.

Apple versucht, das iPad auch als ein Werkzeug für Schüler am Markt zu platzieren, wie verschiedene Beispiele im Internet zeigen. Mir scheint das iPad darüber hinaus auch für die Hand des Lehrers als recht nützlich. Digitalisierte Schulbücher (Achtung Urheberrecht beachten!) und Unterrichtsskizzen könnte man im handlichen Format mit sich nehmen und in der Klasse nutzen. Auch als Medium für die Präsentation von multimedialen Inhalten über einen Projektor könnte es nützliche Dienste leisten. Vorstellen könnte ich mir auch eine Kopplung mit einem Projektor, um ein interaktives Whiteboard zu erhalten. Ich habe mich also etwas umgetan, um zu sehen, wie realistisch meine Vorstellungen in Bezug auf die Darstellung von Inhalten auf einem Projektor über VGA sind. Die Ergebnisse sind – vielleicht zunächst nicht anders zu erwarten – ernüchternd.

Wie man das Apple iPad im Zusammenspiel mit einem Projektor via VGA Connector nutzen kann, hängt maßgeblich von der verwendeten App ab. Im Handbuch heißt es dazu auf Seite 131:

„When the cable is connected to a TV or projector, an application that supports playing video to an external display will automatically use it when playing video. Of the built- in applications, Videos, Photos, and YouTube support external video display.“

Der Entwickler eines Apps für den Bildungsbereich muss die Anzeige des Bildschirminhalts auf einem externen Monitor oder Projektor via VGA Connector also speziell einbauen. Von den Apps, die derzeit Inhalte auf einem externen Anzeigegerät darstellen können, werden die Inhalte nicht gespiegelt, sondern wie auf einem erweiterten Desktop angezeigt. Das iPad dient dann nur zur Steuerung. Es ist aber möglich, dass es auch anders geht.

„The tech at my local Apple store was quick to explain at checkout the current limitation of the VGA adapter. I bought it and found that some apps are already VGA capable. As one of the other posts noted, the SDK has the API for output to VGA, the developer will need to update the app to use the output.“ Apple Support Discussions

Der Nutzen der externen Schnittstelle wird zumindest in Bezug auf die Darstellung von Videomaterial zusätzlich noch durch DRM eingeschränkt.

Ob Apple die Funktion zur externen Anzeige jeglicher Bildschirminhalte des iPads in der für den Herbst angekündigten iPad Version des OS 4.0 integrieren wird, ist nicht bekannt und vermutlich zunächst nicht zu erwarten.

Im iPad VGA Adapter Video eines Lehrers wird deutlich, wie beschränkt die Möglichkeiten derzeit sind.

Das iPad ist ein Gerät der ersten Generation. Wie die Erfahrungen mit dem iPhone und iPod touch zeigen, erweitern sich die Möglichkeiten mit neuen Hardware- und Software-Iterationen. Es bleibt zu hoffen, dass Entwickler das Potential sehen, sich einen Markt zu erschließen und dass Apple die Schnittstellen für die Einbindung einer externen Anzeige offen genug angelegt hat.

Fragen, die mit dem iPad und seinem Gebrauch in der Bildung zusammenhängen, versucht die Seite iPad4Edu zu klären.

Nachtrag 31.05.2010: Entwickler haben die Möglichkeit, Spiegelung des Bildschirminhaltes auf ein externes Anzeigegerät über den VGA Adapter in ihre App zu integrieren, wie ein kleines App Blackboard Presenter von Alterme zeigt. Hier wird eine Tafel simuliert, auf der geschrieben und gezeichnet werden kann. Ein weiteres App Web Browser Presenter spiegelt Webseiten aus der iPad Anzeige auf externe Displays, Projektoren etc.. Genauso lassen sich Satellitenkarten übertragen mit MapProjector oder Notizen mit iMeetingPad. Eine Suche nach VGA ergibt derzeit 11 Apps, von denen sich einige in der Funktion überschneiden. Mit dieser Suche tauchen jedoch noch längst nicht alle Apps auf, die den iPad Bildschirminhalt auf einen Projektor oder ein Display spiegeln können. Für Programmierer ist es also möglich, die Funktionalität in ein App zu integrieren. Ob Apple die Funktion in OS 4.0 integrieren wird, bleibt abzuwarten.

Ergänzung 16.06.2010: Seit einiger Zeit nutze ich auf dem iPad das Programm GoodReader, und das unterstützt nun seit Version 2.8.1 auch VGA Output. Somit ist es geeignet, viele verschieden Dateiformate auf externe Anzeigegeräte zu projizieren. Zum neuen Feature gibt es einen interessanten Artikel The iPad, GoodReader and a Projector: A Portable Productivity Toolkit for Teaching and Presenting, in welchem der Einsatz der App für Unterrichtszwecke beschrieben ist.

Ein App, das unter anderem auch Mindmapping über VGA Output erlaubt, ist Zetopad Planner Note. Für den schulischen Einsatz scheint es mir weniger geeignet und es ist mit 40 € auch verhältnismäßig teuer. Die App zeigt aber, was möglich ist.

Ergänzung 19.06.2010: Sehr interessant finde ich noch das App Blackboard Presenter. Es simuliert eine Tafel und kann das „Tafelbild“ per Mail versenden. Mit jabberPad findet sich sogar ein App, über welches mehrere User kollaborativ über das jabber Protokoll an einem Whiteboard arbeiten können. padBoard erlaubt in ähnlicher Form kollaboratives Arbeiten, setzt dann jedoch mehrere iPads voraus. Ein Whiteboard simulieren möchte auch das Pocket Whiteboard iP3. Speicher- und Wiedergabefunktion für aufgezeichnete „Tafelbilder“ gibt es bei dem Programm. Ebenfalls mit Möglichkeit zur Kollaboration ist WhiteNote ausgestattet. Dieses App erlaubt außerdem mit Bildern und PDFs zu arbeiten und kann sogar Audio Material integrieren.

Es ist für Entwickler von iPad apps übrigens sehr leicht, VGA Output in ihr App zu integrieren. Das iPhone OS bietet dafür sogar eine API (siehe iPad VGA output). Es braucht nun lediglich eine clevere Entwickler, die den Bildungsmarkt als eine Chance erkennen, Geld zu verdienen.

Ergänzung 28.11.2010: 16 iPad Apps mit VGA Output für Schule und Unterricht werden in dem Beitrag 16 Educational Apps for the iPad that offer Video Out vorgestellt.

Ergänzung 08.03.2011: Mit dem iPad 2 ändern sich die Dinge positiv. Das neue iPad wird für alle Apps eine Darstellung auf einem externen Anzeigegerät unterstützen. Angesteuert werden können entsprechend ausgerüstete TV Geräte und  Projektoren über HDMI. Dafür gibt es einen neuen Adapter, der sogar eine Möglichkeit bietet, das iPad gleichzeitig mit Strom zu versorgen. Kombiniert mit einem Projektor kann das Sinn machen, da man beim Projektor ohnehin Strom liegen hat. Außerdem möglich ist auch die Ansteuerung über den schon seit dem ersten iPad verfügbaren VGA Adapter. Damit ist das iPad, wenn auch leider nur in der 2. Generation, ohne Jailbreak oder speziell angepasste Apps für die Darstellung der Inhalte über einen Projektor im Klassenraum geeignet.  Mit dem iPad 2 lässt sich nun ein höchst mobiles interaktives Whiteboard ohne spezielles Board verwirklichen. Wie es in der Praxis ausschaut, wird man ab Ende März sehen, wenn das iPad 2 in Deutschland in den Handel kommt, bzw. ab Mitte März, wenn es in den USA die ersten Lehrer im Einsatz haben werden.

Ergänzung 27.11.2011 : Tatsächlich kommt man nun mit dem iPad 2 dahin, wofür man bei dem iPad 1 noch ein Jailbreak benötigt. Alle Inhalte des Bildschirms lassen sich auf ein externes Anzeigegerät übertragen. Das geht einmal über den schon bekannten VGA Adapter und dann sogar drahtlos. Für die drahtlose Lösung benötigt man ein Apple TV. iPad und Apple TV müssen im gleichen Wlan Netz sein, um sich verbinden zu können. Auf dem iPad 2 wird dazu die Airplay Funktion aktiviert und das Apple TV als Ausgabegerät gewählt. Mit der Funktion Synchronisieren wird der Bildschirminhalt das iPad 2 auf das Apple TV gespiegelt. Das Apple TV wird per HDMI an ein TV oder einen Projektor angeschlossen. So kann es sowohl Bild als auch Ton gemeinsam übertragen. Für ausreichende Lautstärke sollte bei Nutzung eines Beamers, der Ton separat auf Boxen geleitet werden, da die meisten Projektoren nicht zur Beschallung von Klassenräumen geeignet sind. Alternativ zur HDMI Kopplung kann das Apple TV auch über VGA an ein Ausgabegerät gekoppelt werden. Dann ist es auf jeden Fall notwendig, den Ton auf Boxen zu leiten, da das VGA Kabel keinen Ton übertragen kann. Vorteil der drahtlosen Lösung ist, dass sogar mehrere iPad 2 abwechselnd über das Apple TV auf das Ausgabegerät zugreifen können, und das ohne lästiges Umstöpseln von Kabeln.

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