Damian Duchamps' Blog

Die Zukunft digitaler Endgeräte für Schüler heißt Tablet PC Smartphone & Dock

Posted in Medienwelt, Uncategorized by damianduchamps on Januar 6, 2011

Auf der CES 2011 in Las Vegas wurde direkt zu Beginn ein sehr interessantes Smartphone Konzept vorgestellt. Ich meine das Motorola Atrix 4G mit Docking Möglichkeit (siehe Demo im Video auf Engadet). Smartphones sind Computer im Miniaturformat. In der Rechenleistung reichen sie an die Rechnergeneration von vor vier oder fünf Jahren heran. Beschränkt sind sie allerdings durch ihr kleines Display, beschränkten Speicher und eine miniaturisierte Tastatur. Schon seit längerer Zeit ist es möglich, Smartphones mit einer externen Tastatur über Bluetooth zu koppeln. Einzelne Modelle verfügen schon über einen HDMI Anschluss, über welchen sich ein externer Monitor anschließen lässt.

Motorola geht jetzt einen Schritt weiter und macht die Möglichkeiten, ein externes Display sowie eine externe Tastatur  und Maus über ein Dock anzukoppeln zum Prinzip. Zwei Möglichkeiten werden vorgestellt. Einmal wird das Smartphone mit einem separaten Monitor und einer separaten Tastatur verbunden. Die Verbindung zur Tastatur erfolgt über USB, welches über das Dock ebenfalls abgenommen wird. Die zweite Möglichkeit das Smartphone zu erweitern stellt ein „Notebook“ da. Dies ist im Prinzip ein Notebook, welches nur aus der Tastatur und dem Display (und vermutlich auch Lautsprechern) besteht. Es verfügt ebenfalls über ein Dock für das Smartphone.

Wird das Smartphone in sein Dock gesetzt, schaltet es auf einen so genannten Webtop um. Damit wird das Smartphone zum vollwertigen PC mit einer vergleichbaren Benutzeroberfläche mit Fenstern, Tabs, einem Dock vergleichbar zu OS X, einem Dateimanager, vollwertigem Browser, Flash, Programmen und mehr. Sessions werden gespeichert, wenn das Smartphone aus seinem Dock herausgenommen wird. Beim nächsten Einsetzen in ein Dock, wird die Session wieder aufgenommen. Es ist auch möglich, von der Smartphone Nutzeroberfläche auf Inhalte der Session zuzugreifen. Über einen integrierten Citrix Client kann der User, wenn das Smartphone im Dock sitzt, auf volle Rechnerleistung mit Windows Desktop oder anderen Betriebssystem Desktops zugreifen.

Als ich die Demo zu diesem Smartphone auf der Webseite von Engadget sah, war das beinahe so als ob ich eine Erscheinung hätte. Könnte das vielleicht die Zukunft eines mobilen digitalen Endgerätes für die Hand von Schülern darstellen? Schüler hätten damit wenig zu tragen. Geräte in der Größe eines Smartphones können extrem robust konstruiert werden. Schulen stellen lediglich die Geräte zum Andocken bereit, sei es in Form eines Notebooks oder eines Displays mit einer Tastatur und Maus. Zuhause würden Schüler gleiches vorhalten. Die Preise für Smartphones sinken deutlich und werden weiter sinken. Kürzlich kündigte ein Hardwarehersteller ein komplettes Motherboard für Smartphones mit allen erforderlichen Komponenten für gerade einmal 99 $ an. Auch die Preise für Displays sinken eher als dass sie steigen. Für Schulträger wäre die Anschaffung etwa von Notebooks wie oben beschrieben, nur aus Display Tastatur und Lautsprecher (plus integriertem Dock) bestehend, bei größeren Stückzahlen recht günstig. Auch für Schüler sollten Sie billig zu erwerben sein.

Über kurz oder lang werden Schulen sich ohnehin damit abfinden müssen, dass Smartphones ein Alltagsgegenstand nachwachsender Generationen sind. An vielen Schulen, eher im Ausland als hier in Deutschland, akzeptiert man Smartphones mittlerweile in den Schulen. Fortschrittliche Lehrer und Schulen nutzen das Potenzial dieser Geräte bereits für den Unterricht.

2011 wird vermutlich das Jahr der Tablet PCs. Tablet PCs haben Vor- und Nachteile. Wie viele Benutzer von Tablet PCs, etwa des iPads oder Galaxy Tab als early Adopters feststellen, sind sie mehr Konsum- als Produktionsgeräte. Von daher werden sie sich als Dauerlösung im schulischen Einsatz vermutlich eher nicht durchsetzen. Eventuell ist ihnen eine kurze Blüte als Medium für digitale Schulbücher beschieden. Ich könnte mir vorstellen, dass Smartphones wie das Motorola Atrix 4G und seine Nachfolger den Weg zeigen, in welche Richtung sich digitale Endgeräte für die Hand von Schülern wie auch Lehrern entwickeln werden.

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Bildschirme sind schlecht – oh no, not again!

Posted in Medienwelt by damianduchamps on April 27, 2010

Auf dem ersten Regionaltreffen des ADZ NRW kam es in einer der ersten Sessions direkt zum „Clash of Cultures“. Die Advokaten des Lernens mit und durch Web 2.0 stießen mit einer Vertreterin der alten Schule zusammen, die mehr an den Schaden durch das über Bildschirme transportierte Medium glaubte als den Gewinn. Wo die beiden von der „Blogschule“ Möglichkeiten sahen, dem Lernen neue Dimensionen zu eröffnen, sah sie zusätzliche Zeit vor dem Computer, die hinzuaddiert zur Zeit, die Kinder und Jugendliche zu Hause vor dem Computer mit Spiel und sozialen Netzen verbringen, ihren Raum zur Bewegung weiter reduziert. „Wenn ich von mir ausgehe,“ sagte sie, und das war für mich der Dreh- und Angelpunkt ihrer Argumentation.

Grundsätzliche Diskussionen dieser Art habe ich schon lange nicht mehr miterlebt und ich fühlte mich gleich um Jahre zurück in die Vergangenheit katapultiert. Interessant an ihrem Standpunkt war vor allem ihre spezielle Perspektive auf die Sache und die war mir neu. Kinder und Jugendliche verbringen zu Hause schon so viel Zeit am Computer, also muss die Schule da nicht noch zusätzlich Zeit oben drauf packen darf. Das klingt auf den ersten Blick nicht unvernünftig.

Natürlich gibt es auch heute noch die Diskussion darum, wie viel Zeit Kinder und Jugendliche vor ihren Computern verbringen sollten, und die Diskussion ist sicher nicht ohne Sinn. Wenn ich allerdings Auseinandersetzungen um die Computernutzung in der Schule höre, so wie die auf dem ersten ADZ NRW Treffen, dann beschleicht mich immer ein Gefühl, dass es letztlich um die Wertigkeit der Computernutzung geht. Besagte Dame („Wenn ich von mir ausgehe“) würde vermutlich kaum auf die Idee kommen, die Zeit, die unsere Kinder mit Lesen in Lehrbüchern, von Arbeitsblätter, von Overheadprojektionen oder in Schulheften verbringen, reduzieren zu wollen, wenn sich diese Kinder zu Hause täglich zwei bis vier Stunden in spannenden und interessanten Büchern vergrüben, anstatt diese Zeit vor dem Computer zu verbringen. Büchern haftet schon immer eine besondere Aura an. Niemand hinterfragt dabei, was Kinder und Jugendliche lesen, wenn sie nur lesen. Und wenn sie dabei tagelang nicht vor die Türe gehen, da sie von früh bis spät in einem spannenden Roman lesen, dann wird auch da niemand auf je auf die Idee kommen, auf den etwaigen Bewegungsmangel hinweisen.

Schule kommt um die Nutzung der neuen Medien nicht umhin, sie darf sich ihnen nicht verweigern (wie es heute noch mehrheitlich geschieht). Unsere Welt verändert sich radikal und Schule ist keine Insel, die sich abschotten kann oder sollte. Schule muss auf ein Leben in dieser sich verändernden Gesellschaft vorbereiten.

Eltern sind nicht besser in der Lage, ihre Kinder auf die sich verändernde Welt vorzubereiten als Schule, eher schlechter, wie die Erfahrung vielfach belegt. Neue Medien sind für die Kinder und Jugendliche von heute wie die Luft die sie atmen und das ist so und es wird so bleiben. Wenn es notwendig ist, Zeit mit den neuen Medien zu reduzieren, dann zu allerletzt in den Schulen, denn Schule ist in der Lage, der Nutzung dieser Medien einen Mehrwert zu verleihen, der über Konsumieren und Kommunizieren hinausgeht. Kinder und Jugendliche nutzen die neuen Medien intensiver als die Generationen vor ihnen, doch sie kratzen oft nur an der Oberfläche dessen, was für sie damit möglich wird. Hier ist Schule gefordert. Wenn also Zeit vor dem Computer reduziert werden muss, dann eher im häuslichen Umfeld und nicht in der Schule.

Ich kann mir vorstellen, dass mit zunehmend mobiler Nutzung der neuen Medienwelten, es ohnehin zu einer Verlagerung dieser Diskussion kommen wird. Häusliche Mediennutzung, die derzeit meist unbeaufsichtigt in Kinder- und Jugendzimmern stattfindet, wir sich in mobiler Form noch weiter der Kontrolle der Erwachsenen entziehen. And what about that?

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