Damian Duchamps' Blog

Fortbildung für den digitalen Wandel in Schule, wie ich sie wünschen würde

Posted in Schulentwicklung, Uncategorized by damianduchamps on November 6, 2016

Kürzlich war ich wieder einmal an einer Fortbildung beteiligt, an einem Gymnasium. Im Rahmen eines pädagogischen Tages sollte das Kollegium verschiedene Möglichkeiten kennenlernen, wie man mit Smartphones, Tablets, Laptops, Apps und Online-Angeboten im Unterricht arbeiten kann. Von Seiten der Schule war ein WLAN bereitgestellt, das in allen Workshop Räumen zur Verfügung stehen sollte. Die Teilnehmer brachten eigene Geräte mit, konnten jedoch auch Tablets aus einem Pool ausleihen. Das klang vielversprechend. In der Praxis sah es dann für mich jedoch leider nicht ganz so günstig aus und ich konnte meine Angebote nicht so umsetzen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Auch die Teilnehmer meiner Workshops hatten ihre Probleme mit der Technik. Zudem gab es immer wieder Aussetzer im WLAN. Aufgrund des sehr restriktiven Zugangs zum WLAN konnte ich mein übliches Set-up von Projektor und Tablet nicht nutzen, sondern musste improvisieren und auf Kabel und Notebook zurückgreifen. In einem meiner Workshops stellte ich Padlet vor. Schwierigkeiten ergaben sich hierbei durch die unterschiedlichen Displaygrößen der Mobilgeräte. Mit einem Smartphone ist Padlet, so gut dieses Werkzeug auch ist, nur eingeschränkt nutzbar. Und dann gab es da auch noch andere Probleme durch mangelnde Kompatibilität von Browsern (etwa dem Samsung Browser mit dem schönen Namen „Internet“) oder beispielsweise Schwierigkeit von iOS, Dateien über das nicht zugängliche Dateisystem hoch zu laden. Und Zugangsdaten für das WLAN hatte auch nicht jeder.

Probleme wie diese spiegeln sicherlich die Schwierigkeiten wieder, mit denen Schulen  konfrontiert sein können, wenn sie auf BYOD ohne Vorgaben und improvisierte WLAN-Lösungen setzen. Zu einer erfolgreichen und gewinnbringenden Fortbildung tragen derartige Probleme jedoch definitiv nicht bei. Aus diesem Grund habe ich mir Gedanken gemacht, welche Voraussetzungen es braucht, um wirklich gute Fortbildungen zu gestalten, mit denen wir Lehrerinnen und Lehrer befähigen können, den digitalen Wandel an ihren Schulen zu gestalten.

Lernen unter idealen Bedingungen

Günstig wäre es, wenn Lehrerinnen und Lehrer zunächst unter möglichst idealen Bedingungen lernen könnten. Unter idealen Bedingungen verstehe ich hierbei kein Setting, welches die technischen Möglichkeiten bis zum allerletzten ausreizt. Vorstellen würde ich mir vielmehr eine funktionierende, zuverlässige und gut zu bedienende Ausstattung auf einfachem Niveau. Das könnten einfache 10 Zoll Android Tablets sein, iPads, Chromebooks, oder wenn gar nicht anders möglich auch Notebooks oder Microsoft Surface Geräte. Mir persönlich würden, da ich damit gute Erfahrungen gemacht habe, Android Tablets reichen. Dazu sollte es ein stabiles WLAN geben, einen Projektor, der drahtlos verbunden ist, und einen Drucker. Außerdem sollte ein robuster Internetzugang vorhanden sein.

Man mag nun einwenden, und das habe ich über die Jahre immer und immer wieder gehört, dass man sich doch an den Gegebenheiten der jeweiligen Schule orientieren müsse, an dem, was dort vorhanden ist, da die Schule mit genau diesen Gegebenheiten arbeiten muss. Dieses Argument halte ich für unsinnig und zwar aus folgenden Gründen:

  • Lehrer sollten zuerst einmal erfahren, was überhaupt möglich ist und wie Unterricht idealerweise mit digitalen Tools gestaltet werden kann. Woher anders sollen sie sonst wissen, was machbar ist? Sie müssen positive Erfahrungen machen, müssen das Potenzial erfahren können und erkennen. Erst dann wird man sie wirklich für den digitalen Wandel gewinnen können. Dass dann an den einzelnen Schule sich dieses nicht unbedingt eins zu eins wird umsetzen lassen, ist eine andere Sache. Die Erfahrungen, welche die Lehrer in dem idealen Setting machen, werden aber die Richtschnur bilden für die Entwicklung, welche sie an ihrer Schule in Angriff nehmen. Sie wissen dann, was möglich ist, wie sie ihren Unterricht an der Schule verändern wollen und was sie dafür brauchen. Und dann werden sie sehen, dass sie die Bedingungen an ihrer Schule Schritt für Schritt in diese Richtung bringen, indem sie die schulinternen Lehrpläne entsprechend anpassen, das Lernmittelkonzept erstellen und ein entsprechendes Medienkonzept entwerfen.
  • Wer diesen Grund nicht akzeptiert, sollte sich vielleicht einmal fragen, warum Referendare noch immer für ihre Unterrichtsbesuche Traumstunden produzieren, Unterrichtsstunden, die sie in ihrem Berufsalltag so nie wieder durchführen werden, die einen enorm hohen Aufwand bedeutet haben, der im Alltag nicht zu leisten ist. Diese „Traumstunden“ sind aber eine Art Meisterstunden, eine Spitzenleistung, eine Richtschnur für zukünftiges Arbeiten. Auch wenn sie vergleichbare Stunden in ihrem Berufsalltag nie wieder halten werden, so wird die hohe Messlatte der Traumstunden trotzdem eine Richtung vorgeben für den Unterricht, den sie zukünftig halten.
  • Es ist darüber hinaus beruflicher Alltag von Lehrerinnen und Lehrern, Inhalte und Methoden an die jeweiligen Gegebenheiten ihrer Schule bzw. ihrer Lerngruppe anzupassen. Was als ideal vorgeben ist, lässt sich nur selten in der Praxis vor Ort umsetzen.

Wenn man den digitalen Wandel an die Schulen bringen will, muss man die Lehrerinnen und Lehrer dazu befähigen. Ich könnte mir hier in NRW vorstellen, dass jeder Kreis und jede kreisfreie Stadt dafür mindestens einen Raum irgendwo bereitstellt, in welchem 20-25 Lehrerinnen und Lehrer unter Anleitung lernen, mit mobilen Zugangsgeräten und dem Internet ihren Unterricht weiter zu entwickeln. Würde man einen solchen Raum mit Internetzugang, WLAN, 25 Android 10 Zoll Tablets, einem Projektor, einem Drucker, eventuell irgendwelchen Softwarelizenzen usw. ausstatten, so würden die Kosten dafür deutlich unter 10.000 € liegen.

Lehrer als Lernende

Schulen, die sich auf den Weg machen wollen, würden Lehrerinnen und Lehrer für eine Woche vom Unterricht freistellen. Damit das für die Schulen zu verkraften ist, wäre es dann in der Regel eine Lehrkraft pro Schule. Ähnlich wie in einem Praxisseminar an der Universität würden die Lehrkräfte dann zunächst einmal in die Rolle von Lernenden schlüpfen und darüber selbst erfahren, wie es sich mit den Möglichkeiten digitaler Zugangsgeräte und dem Internet, mit Apps, Online-Plattformen und ähnlich lernen lässt. Danach würden sie selbst in die Rolle der Lehrer schlüpfen und die andere Seite kennen lernen. Sie würden also selbst Stunden vorbereiten und durchführen. Ihre Schüler wären jeweils die anderen Lehrerinnen und Lehrer. Nach der jeweiligen Stunde würde man diese im Plenum besprechen. So würden die Lehrerinnen und Lehrer sowohl die Perspektive der Lernenden als auch der Unterrichtenden kennenlernen und hätten eine erste Basis für die Weiterentwicklung der eigenen Arbeit. Dazu wäre auch wichtig, nicht nur die zuverlässig funktionierenden Geräte aus der Raumausstattung zu nutzen, sondern auch immer wieder eigene Geräte wie kleinere Tablets, Tablets anderer Betriebssysteme und Smartphones usw. zu nutzen, um zu erfahren, welche zusätzlichen Möglichkeiten, Einschränkungen, Hürden etc. sich damit ergeben können. Und so würden dann Woche für Woche die Lehrerinnen und Lehrer der Schulen im Kreis bzw. der kreisfreien Stadt diese Praxisseminare durchlaufen. Ganz wichtig wäre mir bei diesen einwöchigen Praxisseminaren, dass die Teilnehmer sich von Anfang an untereinander vernetzen, um sich auch nachfolgend weiterhin auszutauschen, anzuregen und zu unterstützen.

Vielleicht wäre es günstig, wenn die jeweiligen Gruppen aus schulformgleichen Lehrkräften bestehen. Man würde also Grundschullehrer zusammen fortbilden, Sekundarstufe 1 Lehrer und Oberstufenlehrer. Es könnte vielleicht auch sinnvoll sein, Lehrer von Förderschulen und Förderschulpädagogen in Gruppen zusammenzufassen. Beginnen würde man am besten vermutlich zunächst mit interessierten Lehrkräften. Sie würden sich am ehesten gewinnen lassen und könnten so das Interesse anderer Kolleginnen und Kollegen an der Schule anregen. Die Zahl der Interessierten, der Willigen und der Zögerer ist in einem Kollegium in der Regel größer als die der Unwilligen und Verweigerer. Man könnte mit diesem System sicherlich eine große Zahl von Lehrkräften erreichen.

Für die Lehrkräfte, welche die erste Schulung durchlaufen haben, sollte es in regelmäßigen Abständen Möglichkeiten geben, sich zu treffen und auszutauschen, über das Vernetzen über das Internet hinaus.

Nach dem ersten Durchgang sollte später man einen weiteren Durchgang machen, der dann stärker auf fachspezifische Möglichkeiten des Unterrichts mit mobilen Endgeräten und dem Internet ausgerichtet ist. Sicherlich werden Lehrkräfte schon auf eigene Faust Möglichkeiten erkundet haben und diese einbringen können.

Fortbildung die Akteure

Um die Praxisseminare durchführen zu können, braucht es natürlich auch Personal, welches selbst in der Lage ist Unterricht entsprechend durchzuführen. Daran mangelt es momentan definitiv. Aus diesem Grunde würde ich zunächst alle Fachmoderatorinnen und Fachmoderatoren entsprechend schulen. Sie müssen ohnehin für ihre Fortbildungen in Zukunft in der Lage sein, das Thema zu integrieren. Ich würde für diesen Personenkreis die Schulungen noch deutlich ausführlicher vornehmen. Es wäre natürlich günstig, wenn diese Personen auch an ihren Schulen entsprechend praktische Erfahrungen sammeln könnten, um das, was sie in der Fortbildung gelernt haben, umzusetzen und zu vertiefen. Man hätte dann die Medienberater und die Fachmoderatoren, um die Praxisseminare durchzuführen. Das sollte ausreichen, um die Wochenstunden abzudecken, die es braucht für ein einwöchiges Praxisseminar.

Die Zukunft

Sobald neue Lehrerinnen und Lehrer in ihrem Studium und anschließend im Referendariat entsprechend ausgebildet werden, könnte die Fortbildung wie beschrieben eingestellt werden. Man würde dann neue Entwicklungen über regionale Netzwerktreffen, Edu Camps oder ähnlich an die Lehrerinnen und Lehrer herantragen und so die weitere Entwicklung der Schulen anstoßen.

Umsetzung vor Ort

Ich könnte mir vorstellen, dass sich diese Idee in der Praxis durchaus umgesetzten lässt. Zu klären wäre dafür, wer den Raum oder eventuell die Räume und die Kosten für die Ausstattung und den Betrieb trägt. In meinem Kreis gibt es sieben Kommunen. Wenn hier beispielsweise der Kreis einen Raum am Berufskolleg zur Verfügung stellte und die Infrastruktur (WLAN und Internetanbindung) und die Kommunen jeweils 1.000 € beisteuerten für die Ausstattung, dann wäre diese Idee finanziell umsetzbar. Da das Berufskolleg ohnehin technisch gut ausgestattet ist und bezüglich der IT betreut wird, könnte dieser eine Raum problemlos mit betreut werden. Denkbar wäre auch, dass der Raum vom Medienzentrum zur Verfügung gestellt wird. In größeren Städten mit großen Medienzentren nutzen Medienberater diese Räume schon lange für Fortbildungen. Das Kompetenzteam würde das Personal stellen. Die Freistellung von Lehrkräften für das Praxisseminar für eine ganze Woche wird für die Schulen nicht einfach sein und je nach Größe zu Belastungen führen. Es wäre ja im Prinzip so, als wäre auf Dauer einer Woche eine Lehrkraft krank, fehlt und muss vertreten werden. Normal müssen Schulen das irgendwie auffangen. Hier müsste vom Land Unterstützung kommen durch zusätzliche Lehrkräfte.

Würde sich meine Idee umsetzen lassen, wäre der Anschub für den digitalen Wandel in unseren Schulen sicherlich deutlich größer, als wenn man die Veränderung über Fortbildungen, wie ich sie zur Zeit in der Praxis erlebe, in Gang setzen will. Bei mir am Kreis werde ich mal werben für die Idee. Vielleicht zerplatzt meine Vorstellung wie eine Seifenblase, keine Ahnung, einen Versuch ist es mir aber Wert.

Lehrerfortbildung (NRW) oh mein Gott

Posted in Kompetenzen, Schulentwicklung by damianduchamps on Dezember 15, 2010

Ich bin schon selbst seit Jahren in der Lehrerfortbildung tätig. Mein Erfolg schwankt. In den letzten Jahren konnte ich meinen Erfolg nicht wirklich messen, denn es gibt kaum jemanden, so scheint es, der gegenwärtig fortgebildet werden möchte. Ich kann das gut nachvollziehen, denn wer heute Lehrer ist, wird von allen Seiten zugeworfen und ist froh, wenn dabei das eigentliche Kerngeschäft, der Unterricht nicht auf der Strecke bleibt.

Fortbildung halte ich für extrem wichtig. Ohne Fortbildung wird sich in der Schullandschaft nichts bewegen. Unterrichtsentwicklung an den Schulen braucht Fortbildung, um Lehrer professionell weiterzuentwickeln.

Auch ich möchte gerne meinen Teil dazu beitragen und glaube, vor allem durch mein Wissen im Bereich der neueren Medien im Zusammenhang mit Unterricht anderen etwas davon abgeben zu können.

Seit einiger Zeit bin ich auch, weil ich das Fach unterrichte, Fachmoderator für Englisch. Ich sehe ein, dass ich als Fachmoderator entsprechende Qualifikationen benötigte. Ja, ich bestehe sogar darauf, auf den allerneusten Stand der Fachdidaktik gebracht zu werden. Ich möchte sicher sein, meinen Kolleginnen und Kollegen das zu vermitteln, was aktuell ist und dem Stand der Forschung entspricht.

Anders als lange Jahre zuvor darf jetzt tatsächlich auch nur noch fortbilden, wer qualifiziert wurde. Bisher war das nicht so. Natürlich gibt es Fortbildungen für die so genannten Fachmoderatoren schon lange. Trotzdem tummelten sich in der Fortbildung viele, die alleine aufgrund ihres Interesses qualifiziert waren. Mit der neuen Vorgabe möchte man von Seiten der Landesregierung die Qualität der Fortbildung sichern, quasi so wie man auch auf Ebene der Schulen die Qualität von Unterricht durch Lernstandserhebungen und zentrale Prüfungen sicherstellen will. Das macht Sinn.

Kürzlich war ich selbst auf einer solchen Fortbildung für Fachmoderatoren. Es ist nicht die erste Fortbildung des Landes, welche ich erleben durfte, jedoch die erste als Fachmoderator und die erste mit dem Anspruch Qualität der Fortbildung sichern zu wollen. Rund 25 Fachmoderatorinnen und -Moderatoren saßen dort sage und schreibe sechs Personen gegenüber, welche die Veranstaltung durchführten. Später kam noch eine weitere Person hinzu, und die Person, welche verantwortlich zeichnet für diese Art von Fortbildungen, war ebenfalls den halben Tag zugegen. Die die Fortbildung durchführenden Personen, stellen wohl auch jene Personen dar, unter deren Federführung die Fortbildungsinhalte entstehen.

Im Laufe der Fortbildung hatte jede dieser Personen ihre Rolle. Jeder hatte einen Part und trug etwas vor oder leitete eine Arbeitsphase. Für mich war das der absolute Overkill. Es war nicht so, dass die Moderatoren sich nicht große Mühe mit der Fortbildung gaben. Trotzdem kam bei den Teilnehmern nicht gerade übermäßig große Begeisterung auf. Das hatte mehrere Ursachen. Die Inhalte waren nicht wirklich neu. In der Praxisphase versuchte man mit den Teilnehmern eine kooperative Lernform (wobei ich bei solchem Ansinnen mit Lehrern häufig vermute, der Fortbildende möchte sein oder ihr Moderationgeschick unter Beweis stellen). Zunächst sollten die Teilnehmer etwas in Einzelarbeit erarbeiten, dann dieses in einer ausgelosten Gruppe zusammenführen und anschließend dem Plenum vorstellen. Für den Gegenstand, um welchen es bei dieser Aufgabe ging, brachte das keinerlei Gewinn. Das Ergebnis, welches nichts anderes als exemplarische Beispiele darstellte, wurde anschließend im Plenum kleingekaut, ohne die Sache irgendwie weiter zubringen.

Zuvor hatte es schon zwei Präsentationen mit Hilfe von PowerPoint gegeben. Eine weitere folgte später. Auffällig war bei allen dreien, dass die Moderatoren nicht in der Lage waren, die Präsentierfunktion im Vollbildsmodus zu nutzen. Man war sich allerdings schon bewusst, dass die Darstellung recht klein ausfiel und fragte sogar nach, ob man es hinten noch lesen könne.

Als letztes Bonbon wurde eine ganz besondere Software vorgestellt. Es ging um eine Software, bei der man nur wenig „programmieren“ müsse. Mittels einer Präsentation, welche man sich geliehen hatte, wurde das Programm vorgestellt. Anschließend zeigte man das Programm selbst und Aufgaben, welche man damit nach Angaben der Moderatoren noch am Abend zuvor erstellt hatte. Zwei Moderatoren erklärten. Keiner von beiden schienen sonderlich gut eingearbeitet in das Programm. Zwar wurde kurz angerissen, wofür die Software zu verwenden sei, doch wie sie im Schulalltag am besten untergebracht wird, dazu gab es kaum Informationen. Anschließend wurde noch darauf hingewiesen, dass man heute auch mit der Software zu den Lehrwerken recht gut Übungen zum Ausdrucken erstellen könne, Multiple-Choice, Lückentexte, Auswahlaufgaben und ähnlich. Die Software, um welche es zuvor gegangen war, heißt Hot Potatoes. Dazu glaube ich, braucht man nichts mehr sagen.

Ich habe auch von anderen Fortbildungen zu den Kernfächern teilweise ähnlich interessante Geschichten gehört, jedoch auch positive Beispiele. Wenn ich mir allerdings vorstelle, dass viele Fortbildungen für Fachmoderatoren die Qualität der Fortbildung haben, welche ich kürzlich erleben durfte, dann frage ich mich, wie dadurch die Qualität von Fortbildung für Lehrer gesichert werden soll.

Gerüchtweise hörte ich, zum Thema Neue Medien gebe es bisher in der Fortbildung für Fachmoderatoren so gut wie nichts, bezogen auf das Fach Englisch und den Regierungsbezirk, zu welchem diese Fortbildungen gehören. So, wie man es mir sagte, dürfen Fachmoderatoren nur Fortbildung anbieten, welche den Modulen der Fortbildung entsprechen, welche sie selbst genossen haben. Kommt da im schlimmsten Fall nichts nach zum Lernen mit den Möglichkeiten der digitalen Welt, dürfte ich ganz offiziell mein Spezialwissen in diesem Bereich in Fortbildungen nicht vermitteln. Toll!

Am Ende der Fortbildung gab es für alle Teilnehmer einen Evaluationsbogen, wie sich das heute gehört. Einzutragen waren, unterschieden nach theoretischem Teil und praktischem Teil, Pluspunkte, Minuspunkte und Anregungen. Man evaluiert sich selber. Reicht das? Ich glaube nicht. Wer sichert die Qualität der Fortbildungen für die Fachmoderatoren? Die Person, welche den Morgen über der Veranstaltung beiwohnte, da sie zu ihrem Verantwortungsbereich gehört, saß mit vorne, trug das eine andere bei, welches auf der Linie dessen lag, was die vorne vortrugen, und nickte sonst nur zustimmend. Sie ist nicht vom Fach und damit für mich auch nicht ausreichend qualifiziert.

Die Qualität der Fortbildung war für mich und einige andere Teilnehmer nicht nur in dieser Hinsicht fragwürdig. Es gab ein Flip Chart, welches beschrieben wurde und einige Folien, auf welchen die Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse sammelten. Für den Fachbereich gibt es auf der Plattform des Landes (auf Webweaver basierend wie lo-net) eine eigene Gruppe mitMail, Kalender, Chat, Dateiablage und seit neuestem auch Wiki, um das Auffinden der Materialien in der Dateiablage zu vereinfachen. Das alles trägt den Charakter von Fortbildungen von vor 10 oder mehr Jahren. Es gab kein WLAN währender der Fortbildung, keine gemeinsam zu bearbeitende Onlinedokumentation, etwa in Form eines Etherpad oder eines Google Doc.

Das war mein Eindruck von der Fortbildung für die Fortbildung, und er war nicht gut. Aber vielleicht war das die Ausnahme und alles wird noch gut, denn die Hoffnung stirbt zuletzt. Und vielleicht ist es ja auch nicht bei allen Bezirksregierungen so wie bei meiner, hoffe ich.

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