Damian Duchamps' Blog

Deutschsprachige #OER – Versuch einer ersten Bilanz

Posted in OER by damianduchamps on Dezember 31, 2011

Seit knapp zwei Monaten verzeichnet das Thema freie Bildungsinhalte (OER) im deutschsprachigen Internet eine vermehrte Präsenz. Auch zuvor war es in der  deutschen Bildungslandschaft bereits ein Thema, allerdings mit deutlich weniger Beteiligten. Erst seit mit der Debatte um den Schultrojaner der  “Gesamtvertrag zur Einräumung und Vergütung von Ansprüchen nach § 53 UrhG” (PDF) einer breiteren Netzöffentlichkeit bekannt und von dieser kritisch hinterfragt wurde, nahm dort das Interesse an freien Bildungsinhalten deutlich zu. Noch einige Jahre zuvor hatten die Dinge anders gelegen. Es hatte bereits einen sehr ähnlichen Vertrag gegeben, in welchem die Digitalisierung von Lehr- und Lernmaterialien von Schulbuchverlagen noch nicht mit der gleichen Ausdrücklichkeit generell untersagt worden war. Schule und Unterricht waren noch deutlich geringer digitalisiert und so hatte dieser Vertrag auch keine vergleichbare öffentliche Reaktion provoziert. Die Zeiten haben sich geändert. Mit der fortschreitenden technischen Entwicklung sowohl im Bereich der Hardware wie der Software hat an Schulen das Lernen und Lehren im digitalen Format Einzug gehalten. Doch die Verlage hinken dieser Entwicklung noch deutlich hinterher. So gesehen ist der aktuelle Gesamtvertrag letztlich nur ein Spiegelbild dieser ungleichen Entwicklungsstände.

Angestoßen wurde die Auseinandersetzung mit dem Schultrojaner Ende Oktober 2011 durch einen Beitrag auf einem mit netzpolitischen Themen befassten Blog. Von da aus breitete sich die Nachricht über Twitter und Lehrerblogs aus und wurde schließlich auch von den Mainstream Medien aufgegriffen und erreichte dann auch die Lehrerzimmer. Dort führte der Schultrojaner, der eigentlich keiner ist, vor allem zu Verunsicherung. Anders dagegen die Gruppe der bloggenden Lehrerinnen und Lehrer. Die setzten sich intensiver mit dem Vertragswerk und seiner beschränkenden Wirkung auf Schule und Unterricht auseinander. Bekannt wurde dann vor allem ein offenener Brief von Thorsten Larbig mit dem Titel Betreff: Betreff „#Schultrojaner“ || Liebe Schulbuchverlage! Nachdem Schreiber und Leser in den Lehrerblogs ihrer ersten Empörung über das Vertragswerk mit Beiträgen und Kommentaren Luft gemacht hatten, begann man dort auch über Alternativen nachzusinnen (siehe Blogparade), so wie eben Thorsten Larbig, der ein paar Tage nach dem offenen Brief den Aufruf „#OER – Offene Bildungsmedien: Ich will Taten sehen! (& Update zu #schultrojaner) folgen ließ. Er rief dort zur „Vernetzung bereits vorhandener und neu entstehender Angebote für freie, unterrichtsbezogene Bildungsmedien“ auf und entwickelte einen Aktionsplan mit Nahzielen, mittelfristigen und langfristigen Zielen, die dann auf einem Etherpad unter Beteiligung verschiedener Edu-Blogger weiterentwickelt wurden. So wurde Thorsten Larbig, zumindest eine Zeit lang, zur Speerspitze der deutschsprachigen Bewegung um freie Bildungsinhalte (OER).

Eine Gelegenheit zum Austausch und weiteren Absprachen ergab sich für die Edu-Blogger und Interessierte auf dem Educamp in Bielefeld. Dort konnten zudem weitere Verbündete für die Idee gewonnen werden, so wie beispielsweise Wikimedia e. V,  rpi-virtuell und die  Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet  e. V. (zum.de).

Damit wurden im deutschsprachigen Raum erste Schritte getan auf dem Weg zu freien Bildungsinhalten für schulische Bildung. Doch wo genau steht die Bewegung zum Ende des Jahres 2011, zwei Monate also nach dem auslösenden Schultrojaner Artikel?

Im Vergleich zu einigen anderen Regionen der Welt entwickelt sich die Idee der freien Bildungsinhalte im deutschsprachigen Raum recht spät. Vor allem in Nordamerika haben freie Bildungsinhalte, dort als Open Educational Ressources bezeichnet, schon eine mehrjährige Geschichte. Entsprechend weit sind dort die Bemühungen um Vernetzung vorangeschritten. Für Paul Stacey, der in seinem umfangreichen Beitrag 2011 The Year Of Open die Entwicklungen des Jahres vor allem mit Blick auf Nordamerika zusammenfasst, hat die Bewegung um freie Bildungsinhalte deutlich an Dynamik gewonnen und breitere Unterstützung gefunden. Ganz entscheidend ist dabei für ihn, die zunehmende Anzahl wichtiger nationaler Akteure wie Regierungsbehörden und Universitäten wie auch lokaler Akteure, die ihre Inhalte unter Creative Commons Lizenzen für Bildung zur Verfügung stellen.

Hierzulande sind wir davon jedoch noch Lichtjahre entfernt. Übereinstimmend haben die gegenwärtig an der Entwicklung um freie Bildungsinhalte beteiligten Akteuren erkannt: a) einen Bedarf, b) die entscheidende Rolle der Creative Commons Lizenzen und c) die Notwendigkeit einer Vernetzung.
Unbestritten ist bei den Beteiligten auch die Notwendigkeit, weitere Unterstützer zu finden, institutionelle wie auch individuelle.

Freie Bildungsinhalte sind untrennbar mit dem Internet verbunden, und wenn man die Präsenz der dort aktiv mit der Thematik befassten Edu-Blogger sowie die Zahl der Creative Commons lizenzierten Angebote an freien Bildungsinhalten von Individuen als auch Institutionen als Indikator für den Stand der Entwicklung nimmt, so steht diese im deutschsprachigen Raum noch fast bei Null.

Schon seit mehreren Jahren wird auf verschiedenen Bildungsservern auf die Nutzungsmöglichkeiten Creative Commons lizenzierter Medien für den Unterricht hingewiesen und es werden vor allem Portale mit Angeboten an Bild- und Tonmaterialien vorgestellt. Auch Schulungsmaterialien werden angeboten, mit denen Schülerinnen und Schülern Creative Commons lizenzierte Medien als Alternative zum illegalen Download nahegebracht werden sollen. Thematisiert wird bisher jedoch kaum die Möglichkeit, auch eigene Materialien Creative Commons (CC) lizenziert für andere zur Nutzung freizugeben. Daran hat sich bisher noch nicht wirklich etwas geändert. Lediglich zwei Bildungsserver bieten bisher ausdrücklich CC lizenzierte Materialien an, der Landesbildungsserver Baden-Württemberg und der Bildungsserver Sachsen-Anhalt (beide Links führen jeweils auf die Lizenzhinweise). Die meisten anderen Bildungsserver der Bundesländer und freien Städte stellen ihre Materialien weiterhin unter dem standardisierten Urheberrecht zur Verfügung. Nur vereinzelt finden sich CC ähnliche beschriebene Nutzungsangebote bzw. verweist man bevorzugt auf unter CC ähnlichen Nutzungsbedingungen angebotene Materialien.
Derzeit bildet kaum eines Fachportale oder der großen Portale, auf welchen Materialien für Schule und Unterricht katalogisiert oder direkt vorgehalten werden, die Lizenzierungsform ab, bzw. bezieht diese als Suchkriterium mit ein. Beim Deutschen Bildungsserver hat man die Zeichen der Zeit erkannt und macht man sich nun Gedanken über eine Anpassung der Datenbankstrukturen. Als Fachportal ist selbstgesteuert entwickelnder Geschichtsunterricht schon den Schritt gegangen und hat sein Angebot CC lizenziert. Auch bei ZUM.de finden sich bereits entsprechende Angebote. Beispielhaft genannt sei hier etwa Mathematik-digital.

Nicht anders als bei den Bildungsservern sieht es bei anderen Anbietern aus. Kaum eines der etablierten Portale, auf welchen Lehrerinnen und Lehrer Unterrichtsmaterialien tauschen, lizenziert seine Angebote mit CC Lizenzen. Beim Lehrerfreund hat man, wie man mich wissen ließ, das Thema allerdings „schon lange im Auge,“ muss aber noch „technische und organisatorische“ Hürden überwinden. Da dort die Materialien „absolut zugänglich und für den Unterrichtsgebrauch vervielfältigbar“ sind, schätzt man den Handlungsdruck als nicht so groß ein. Ähnlich dürfte es bei anderen Anbieter aussehen.

Auch außerhalb des Bildungsbereichs selbst gibt es viele Angebote, welche direkt für Bildungsabnehmer konzipiert sind oder aber für diese interessant wären, wenngleich sie nicht für diese erstellt wurden. Nur wenige dieser Anbieter bieten ihre Materialien ausdrücklich unter Creative Commons Lizenzen an. Bei der ersten Gruppe herrschen zumindest Nutzungsangebote vor, welche CC Lizenzen ähnlich sind. Leuchtendes Beispiel für ein Ministerium, welches Bildung direkt mit CC lizenzierten Materialien anspricht, ist das BMU mit dem Portal Umwelt im Unterricht. Auf europäischer Ebene gibt es ebenfalls ein beispielhaftes deutschsprachiges Angebot, das SEOS Projekt. Die statistischen Landesämter und das Bundesamt, welche zur zweiten Gruppe gehören, halten Unmengen an für Schule interessanten Daten offen vor, lizenzieren jedoch leider noch nicht mit CC Lizenzen. Anders ein Beispiel für ein Stadtarchiv, welches ebenfalls zu dieser Gruppe gehört, wo man aber seine Daten offensiv CC lizenziert, das Stadtarchiv Heilbronn oder ein Museum, Museum Naumburg. Zu keiner von beiden Gruppen gehört Wikimedia e.V., die ihre Inhalte wie die Wikipedia selbst von Anfang an offen lizenziert haben und sich über Wikibooks und Wikiversity aktiv in die Bereitstellung CC lizenzierter Bildungsinhalte einbringen wollen.

Insgesamt kann man sagen, gibt es Bewegung, doch nur wenig. Die Zahl der CC lizenzierten Angebote von einzelnen Lehrerinnen und Lehrern, von Universitäten, Ministerien, Behörden, usw. lässt sich an zwei Händen abzählen. Bis auf Ausnahmen handelt es sich hierbei um Angebote, die es so auch schon vor November 2011 gab.

Eine Vernetzungsstruktur für CC lizenzierte Angebote in Form von spezialisierten Datenbanken oder spezialisierten Suchmaschinen existiert bei uns derzeit nicht, noch nicht. Für letztere würde gegenwärtig auch jegliche Voraussetzung fehlen, da es noch keine verabredeten Standards für Meta-Tags auf Anbieterseiten gibt. Für eine Suche, ähnlich der nach CC lizenzierten Bild-, Audio- oder Videodateien, fehlt außerdem eine ausreichende Anzahl offen zugängiger entsprechend lizenzierter Inhalte. Vernetzung als Zusammenschluss von Gleichgesinnten praktiziert das Bildungsbündnis Open Content, in welchem sich in Baden-Württemberg auf der Grundlage der Stuttgarter Erklärung von 2007 verschiedene Akteuere aus der Region zusammengeschlossen haben.

Schlecht bestellt ist es im deutschsprachigen Raum auch noch immer um die Vernetzung der Lehrkräfte. Materialaustausch findet vor allem innerhalb von Kollegien statt und vielfach über Datenträger, jedoch nicht über Plattformen. Materialtauschbörsen für Lehrerinnen und Lehrer haben viele Nutzer, jedoch nur wenige, die aktiv Materialien beisteuern. Ausnahmen bilden Communities um Plattformen wie ZUM.de oder  um Lernplattformen wie Moodle, bei denen es zumindest in Teilen auch CC lizenzierte Module zum Austausch gibt, bzw. bei denen Kurse CC offen lizenziert angeboten werden.

Creative Commons Lizenzen sind, wie oben schon erwähnt, im Bereich Bildung nur schwach verankert. Vielen Lehrkräften ist das Lizenzmodell unbekannt und in die Schule kommt es am ehesten im Rahmen der Medienerziehung beim Thema Urheberrecht und Urheberrechtsverletzung durch Jugendliche. Nur wenige Lehrerinnen und Lehrer nehmen Creative Commons als ein für sie interessantes Lizenzmodell im Zusammenhang mit Bildungsinhalten wahr.

Die Bildungsblogger und andere Interessierte erörterten das Thema freie Bildungmaterialien in den vergangenen acht Wochen ausgiebig und konnten sich, wie erwähnt, in persönlichen Treffen weiter austauschen und zusätzliche Verbündete gewinnen. Eine gemeinsame Erklärung wie die von Stuttgart gibt es bei ihnen bisher so wenig wie eine gemeinsame Plattform oder fest vernetzte Struktur. Was besteht, ist eine lose Vernetzung und eine grobe gemeinsame Vorstellung, wohin die Reise gehen soll. Initiiert durch Thorsten Larbig ist gegenwärtig eine Webseite unter dem Titel freiebildungsmedien.de im Aufbau. Sie versteht sich jedoch mehr als Kampagnenseite zum Thema. Welche Funktion sie für eine Vernetzung übernehmen kann und soll, ist noch offen. Unklarheit herrscht auch bezüglich dessen, was man genau unter freien Bildungsinhalten fassen will. Sind NonCommercial und NonDerivative Lizenzen akzeptabel oder nicht? Anders als in Nordamerika nutzen viele der gegenwärtigen Angebote im deutschsprachigen Internet diese Lizenzformen. Nicht geklärt ist auch die Frage der Dateiformate. Sollen bestimmte Formate bevorzugt verwendet werden, und wenn ja, welche?

Soweit der Stand der Dinge zum Ende des Jahres 2011, zwei Monate nachdem sich das Thema freie Bildungsinhalte bei den Edu-Bloggern etabliert hat. Schon 2007 beschäftigte man sich in Deutschland mit dem Thema wie das Interview „Prof. Dr. Bernd Lutterbeck und Robert A. Gehring im Chat-Interview: Open Educational Resources“ belegt. Die Einstellungen waren vor knapp vier Jahren nicht andere als heute als es um die Bereitstellung und Nutzung freier Bildungsinhalte ging. 2007 wurde das Thema allerdings noch mehr im universitären Kontext betrachtet  (siehe auch Open Educational Resources an internationalen Hochschulen – eine Bestandsaufnahme, Jan. 07). Auch die Stuttgarter Erklärung stammt von 2007, hat aber mit Bildung im allgemeinen Sinn einen deutlich breiteren Fokus. Erreicht wurde in der Zeit seither eher wenig, wenn man den gesamten deutschsprachigen  Bildungsraum als Maßstab anlegt. Auf lokaler Ebene wurde allerdings schon einiges erreicht und auch im universitären Bereich lassen sich vereinzelt Fortschritte verzeichnen.

Die Erfahrungen im In- und Ausland zeigen, dass es wenig Sinn macht, mit überzogenen Erwartungen in das Projekt der freien Bildungsinhalte einzusteigen. Man sollte sich im Klaren darüber sein, dass längst nicht jeder, der mit Bildung zu tun hat oder einen Beitrag zur Bildung leisten könnte, das Thema im Blick hat. Und selbst die, welche sich damit befassen, geben den freien Bildungsinhalten vielleicht keine wirkliche Chance oder geben früh auf, da sich Erfolge nur sehr langsam einstellen werden.

Um das Thema voranzutreiben wird man aus zwei Richtungen arbeiten müssen, von oben wie von unten. Man wird beim einzelnen User ansetzen müssen wie auf höchsten Ebenen der Regierung, wie Paul Stacey richtig einschätzt in 2011 the year of open. Das eine wird das andere voranbringen.

„Given the growing personal use of open licenses by end users it makes sense for governments to do the same. Open will flourish when bottom-up grassroots efforts toward open take place in an environment supported top-down by policy.“

Nutzer, hier vor allem Lehrerinnen und Lehrer, müssen von den Vorteilen offen lizenzierter Bildungsinhalte überzeugt werden, zunächst als Nehmende, dann aber auch als Gebende. Ebenso wird man bei potentiellen Anbietern von für Bildung nutzbaren Inhalten auf lokaler Ebene wie auch Landes- und Bundesebene für offene Lizenzierungsformen werben müssen, bei Städten und Gemeinden, Landesregierungen und Bundesministerien, bei Landesmedienzentren und Bildungsservern, bei Museen, Bibliotheken und Archiven. Dazu gehört auch die Aufklärung über Formen offener Lizenzierung, vor allem durch Creative Commons.

In den vergangenen zwei Monaten haben sich die neuen Akteure um das Thema der freien Bildungsinhalte noch keine verbindlichen Strukturen gegeben. Kaum oder gar nicht koordinierter Aktionismus von einzelnen Personen und kleinen Gruppen wird auf Dauer jedoch kein großer Erfolg beschieden sein.
Es wird, das zeigen erfolgreiche Initiativen zum Thema OER, auf jeden Fall verbindlicherer Strukturen bedürfen, um das Thema voranzubringen, sei es, dass die neu hinzugekommenen Akteure sich bestehenden Strukturen wie dem Bildungsbündnis Open Content anschließen oder aber eine eigene Struktur ins Leben rufen, um sich gemeinsame verbindliche Ziele zu setzen. Nur so wird man auch das Gewicht erlangen, um von den institutionellen Schwergewichten im Spiel, überhaupt ernst genommen zu werden, wenn man sie von der Beteiligung an offenen Bildungsinhalten überzeugen will.

Feste Strukturen wird es auch brauchen, wenn freie Bildungsinhalte inhaltlich, qualitativ und strukturell vorangetrieben werden sollen. Gemeinsame Standards müssen diesbezüglich verabredet werden und brauchen Unterzeichner, sollen sie in die Breite getragen werden. Idealerweise wird man bei der Einigung auf gemeinsame Standards nicht versuchen, das Rad neu zu erfinden, sondern sich an Vorgaben etwa der Unesco, der Capetown Declaration und von e-teaching.org zu OER orientieren. Vielleicht wird man dazu ein Art OERCamp einen OER Kongress ins Leben rufen müssen, um möglichst viele Akteure zwecks einer gemeinsamen Willensbekundung versammeln zu können. Weitere Unterzeichner könnten über eine Webseite gesammelt werden.

Noch gibt es keine deutschsprachige auf CC lizenzierte Inhalte spezialisierte Datenbank vergleichbar der von oercommons.org. Deren Software könnte durchaus auch hier eingesetzt werden, wie die ISKME, die Organisation hinter OER Commons mitteilte. Das aber würde eine finanzielle Struktur vergleichbar der von Wikimedia, wenn auch kleiner, voraussetzen. Die derzeit besten Voraussetzungen für eine Katalogisierung von CC lizenzierten Materialien bietet vermutlich die Datenbank des Deutschen BildungsserversElixir. Auch Wikimedia e. V will sich „an der Entwicklung einer offenen Datenbankressource mitwirken, mit deren Hilfe Metadaten über auf verschiedenen Seiten vorhandene OER-Materialien gesammelt und ausgetauscht werden können“ (siehe … Das Netzwerk entsteht!).

Außerdem wird man Interessierten Webseiten bzw. Repositorien anbieten müssen, in welchen sie ihre erarbeiteten Beiträge zu offenen Bildungsinhalten einstellen können, denn nur ein kleiner Teil dieser Personen wird in der Lage oder Willens sein, eine eigene Webseite aufzubauen.

Ende 2011 ist die Basis aufgewacht und hat mit der Problematik um das Urheberrecht die Bedeutung von offenen Bildungsinhalten in einer zunehmend digitalisierten Bildungsumwelt erkannt. 2012 verspricht ein spannendes Jahr werden, wenn die jetzt aktiv am Thema arbeitenden Personen und Institutionen sich im oben genannten Sinne koordinieren können, um ihr Anliegen um gemeinsam voranzubringen.

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8 Antworten

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  3. Michael Kaden (@mkaden) said, on Januar 1, 2012 at 10:06 pm

    Danke für die Standortbestimmung zum Jahreswechsel. Ja, auch ich bin der Meinung, dass 2012 ein spannendes Jahr wird. Die Dokumentation des ganzen Spektrums der Initiativen verdeutlicht aber auch, wo die Herausforderung liegt. Es geht meiner Wahrnehmung nicht darum, ausschließlich im Umfeld von Universitäten, einzelnen – „OER-freundlichen“ – Bildungsservern und freien Trägern eine effektivere Koordination hinzubekommen. Wir müssen mit dem Thema aus der Nische herauskommen. Der Disput um den „Schultrojaner“ hat gezeigt, dass in den Schulen und in der Gesellschaft insgesamt eine Bereitschaft gewachsen ist, sich mit den Konditionen von Bildung im 21. Jahrhundert auseinanderzusetzen. Das müssten wir aufgreifen. 2011 war ein Jahr des netzpolitischen Aufbruchs. 2012 wäre es notwendig, stärker Bildungs- und Netzpolitik zusammen zu denken und eine programmatische Perspektive zu entwickeln. Diese, das hat die „Schultrojaner“-Debatte gezeigt, sollte gesamtgesellschaftlich ausgerichtet sein, trotz des real existierenden Förderalismus. Es geht in dieser Hinsicht auch und gerade um Skaleneffekte. Die Bundesrepublik ist eine der führenden Industrienationen der Welt. Die Art und Weise, wie wir unsere gesellschaftliche Reproduktion organisieren, ist eine eminent politische Angelegenheit. Deshalb sollten wir diese Frage und die denkbaren Antworten auch nicht zu klein denken. Inwieweit eine programmatische Perspektive, die wirklich was verändert, essentiell ein demokratisches Mandat benötigt, ist eine Frage, der wir uns dann 2013ff stellen müssen.

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  5. Maik Riecken said, on Januar 2, 2012 at 11:54 am

    Auch von mir ein dickes Dankeschön an deine Standortbestimmung aber auch an deinen Pragmatismus – es wird dauern. Nicht so sehr wegen politischen oder rechtlichen Rahmenbedingungen. Es wird dauern, weil wir sehr viele passive Konsumenten begleiten vielleicht auch begeistern müssen – wenn pro Jahr jede Lehrkraft in Deutschland eine Idee online stellt, können die Amis einpacken :o)… Das ist der für mich schwierigste Prozess.

    Deine CC-Lizenz gibt ein Beispiel, für das ich selbst nicht altruistisch genug bin. Noch nicht. Auch bei mir ist da noch Arbeit zu leisten…

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  8. Karl Kirst said, on Januar 5, 2012 at 11:38 pm

    Hallo Damian,

    herzlichen Dank für diese Bestandsaufnahme! Sie macht mir Mut, weil sie zeigt, dass sich etwas bewegt hat, auch wenn dies erst wenig ist. Aber Maik hat sicherlich Recht, wenn er sagt: „wenn pro Jahr jede Lehrkraft in Deutschland eine Idee online stellt …“ – Kleine Schritte können auf Dauer Großes bewirken! Und es ist wohl auch sehr wichtig, Möglichkeiten realistisch einzuschätzen, also auch nur erste einmal geringe Fortschritte zu erwarten. Das senkt den Erwartungsdruck und macht den Kopf frei, an kleinen Veränderungen aktiv zu arbeiten.

    In diesem Sinn macht mir Dein Beitrag Mut!


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