Damian Duchamps' Blog

Schulhomepages – eine kleine Geschichte

Posted in Medienwelt by damianduchamps on Dezember 11, 2010

Für jede Schule sollte eine eigene Schulhomepage heute selbstverständlich sein. Die Zahl der Schulen, die noch immer ohne sind, dürfte äußerst klein sein. Nach meiner Erfahrung findet man sie vor allem im Bereich der Grundschulen, wo sich in extrem kleinen Kollegien niemand des Themas annimmt.

Die Homepage meiner Schule nahm ihren Anfang im April 2004. In der Region zählt sie zu den älteren Schulhomepages und eine Schulhomepage war zu diesem Zeitpunkt noch lange keine Selbstverständlichkeit. Das Internet selbst hatte damals im Land auch noch nicht die Durchdringung erreicht, welches heute hat. 2004 war eine Schulhomepage noch exotisch. Es gab Schulleiter, die nichts davon wissen wollten und andere, die darin eine Möglichkeit sahen sich zu profilieren. Der Schulleiter meiner Schule war neuen Dingen gegenüber recht aufgeschlossen und ließ sich deshalb schnell für die Idee begeistern, als ein neu an die Schule gekommener junger Kollege ihm anbot, der Schule zu einer eigenen Homepage zu verhelfen. Seither hat die Schule eine Webseite und über die Jahre ist sie gewachsen und hat sich gewandelt. Irgendwann wurde ein Blog in die Homepage integriert sowie ein Wiki. Für Fotos, Videos und Dokumente nutzt die Schule externe Anbieter (Flickr, Youtube und Scribd) und verlinkt auf diese.

So existiert die Homepage meiner Schule nun seit 10 Jahren. Doch es gibt Schulhomepages, die noch deutlich älter sind. Ich habe nachgeforscht. Die Spurensuche im Internet ist allerdings nicht einfach.

1995 wurde auf dem niedersächsischen Bildungsserver kostenloser Festplattenplatz für Schulhomepages bereitgestellt (http://www.sn.schule.de/index.php?auswahl=themen_cms_02)

Das Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium besitzt seine Homepage seit 1994 (http://www.weg-schwabach.de/)

Ebenfalls aus dem Jahr 1994 stammt die Homepage des Max Planck Gymnasiums Lahr. Hier ist sogar zu erfahren, dass sie direkt bei einem professionellen Webhoster untergebracht wurde (http://www.max-planck-gymnasium.de/)

1994 kann man mit Recht als extrem früh bezeichnen, wenn man bedenkt, dass die erste Webseite 1991 online ging und das World Wide Web erst im April 1993 für jedermann freigegeben wurde. Erst ab dem Zeitpunkt vermutlich war es auch für Schulen möglich, ohne größere Hindernisse eine eigene Schulhomepage einzurichten.

Um Schulen den Schritt zur eigenen Homepage zu erleichtern, wurden Initiativen an Universitäten gegründet oder Platz auf landeseigenen Bildungsserver bereitgestellt. In einigen Städten stellten auch Medienzentren oder Schulverwaltungen Serverplatz zur Verfügung. Eine Menge Schulen dürften so im Laufe der ersten 10 oder 15 Jahre seit Bestehen des Internets zu ihrer Homepage gekommen sein. Aus diesem Grund hatten viele Schulen zunächst auch keine eigene Domain für ihre Homepage, sondern mussten sich mit einer Unteradresse des Universitäts- oder Bildungsservers begnügen. Nachdem es für alle Schulen die Möglichkeit gab, einen kostenlosen Internetzugang über die Telekom zu erhalten, nutzen auch eine Reihe von Schulen die Möglichkeit, eine Homepage auf einem Server der Telekom einzurichten.

In den Jahren seit den ersten Schulhomepages hat sich sehr viel getan. Die ersten waren oft noch komplett von Hand erstellt. Etwas später kamen verschiedene Webeditoren auf dem Markt, welche die Schwelle für Schulen deutlich herabsetzen. Manche Schulen setzten auf Frontpage, welches in der Bedienung ein wenig an eine Textverarbeitung erinnerte. Andere Schulen erstellten ihre Homepage sogar mit einem Textverarbeitungsprogramm selbst, den Microsoft Word konnte schon recht früh Textdokumente als Webseiten abspeichern. Auch das Programm Net Objects Fusion war recht beliebt, wie man an zahlreichen Schulhomepages aufgrund gleicher Layouts erkennen konnte. Ähnlich einem Baukastensystem konnte man mit dieser Software leicht eine Webseite zusammenstellen. Manche Schulen nutzten auch die so genannten Homepagebaukästen von Webspaceanbietern, um sich einer Webseite zusammen zu klicken. Später kamen dann die so genannten Content Managementsysteme (CMS) auf wie WordPress, Typo, Joomla und ähnlich. Die alten, schwer zu pflegenden statischen Webseiten wurden damit flexibel und dynamisch. Mit den CMS wurde es möglich, Layout und Inhalt voneinander zu trennen und die Schwelle für die Beteiligung an der Inhaltserstellung für die Homepages deutlich zu senken. Damit verlagerte sich die Unterhaltung der Schulhomepage immer weiter aus dem Bereich der Computercracks heraus und konnte mehr und mehr in die Hand „normaler“ Lehrerinnen und Lehrer übergeben werden. Zu erwähnen ist auch noch, dass an vielen Schulen von Anfang an Schülerinnen und Schüler an der Schulhomepage beteiligt waren. Manche Schulhomepage entstand als Projekt mit einer Schülergruppe. In einigen Fällen werden hier versierte Lehrer ihre Schüler in „ihr“ Projekt einbezogen haben und in anderen Fällen werden Lehrer sich des Wissens ihrer Schüler bedient haben, um ihrer Schule zu einer Schulhomepage zu verhelfen. An anderen Schulen mag die Initiative sogar von den Schülern ausgegangen sein.

Vielleicht hat, wer das hier liest, selbst etwas zur sehr frühen Geschichte der Schulhomepages beizutragen und kann es als Kommentar ergänzen.

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